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Das Google-Monopol by Splitney

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Saturday 17 July 2010 - Kritikern des Unternehmens wird gerne nachgesagt,

Wissenschaftliches Veröffentlichen zum Dumpingpreis by Splitney

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Friday 09 July 2010 - Was sind die Beweggründe für Wissenschaftler, ihre

Flattr vs. AdSense by Splitney

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Friday 02 July 2010 - Die ersten validen Statistiken von deutschen Blogg

Digitale Literatur - Spaß ohne Bezahlung by Splitney

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Tuesday 29 June 2010 - Vorhin mal wieder bei neon.de stehen geblieben. Wi

YouTube's Business Model by Splitney

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Friday 25 June 2010 - Boy was I miffed when they shut down Napster back

Saturday 17 July 2010 - 02:24 by Splitney

Kritikern des Unternehmens wird gerne nachgesagt, sie hätten ein ungebührliches Anspruchsdenken und wollten ja nur ein Recht für sich manifestieren, im Suchindex oben zu stehen. Als ob Google ihnen etwas schulde. Google könne als privates Unternehmen machen, was es wolle und überhaupt, man sei ja nicht gezwungen, diese Suchmaschine zu benutzen, es gebe doch Alternativen.Kennzeichen eines Monopols ist nicht unbedingt der Marktanteil in seiner Branche - obwohl der in manchen Ländern weit über 90 Prozent bei den Suchanfragen beträgt. Es geht zuvorderst um die Auswirkungen und den eventuellen Mißbrauch der Marktmacht. Und da gibt es gleich mehrere deutliche Hinweise.In einigen Fällen wird schon für jedermann offenbar, dass Google in seinen Suchmaschinenresultaten seine eigenen Angebote prominent platziert und damit andere Dienste, die mindestens in einigen Ländern zunächst beliebter oder bekannter waren, degradiert. Z.B. beim Kartendienst Maps, der Produktsuche oder bei diversen kleinen Umrechnungstools. Es gibt auch gewisse Kooperationen, unter anderem mit Bewertungsplattformen. Zudem wollen manche Beobachter schon festgestellt haben, dass Internet-Shops, die das Google-eigene Bezahlsystem Checkout benutzen, auffällig häufig vordere Platzierungen erreichen. Inzwischen will man Schritt für Schritt andere Branchen erobern, hier zu nennen die neuesten Bestrebungen, einen eigenen Service für Flugtickets zu etablieren.Es kann mittlerweile nicht mehr die Rede davon sein, der Algorithmus liefere jederzeit die passendsten Ergebnisse in einer unabhängigen Rangfolge. Vielmehr pusht Google gezielt seine eigenen Angebote, mit denen es in verschiedene Bereiche eindringen will. Vormals effiziente Märkte werden auf diese Weise systematisch durch die quersubventionierten Google-Dienste zerstört. Denn man darf nicht vergessen, Google ist nach wie vor ein One Trick Pony. Der allergrößte Teil des Umsatzes resultiert aus dem Adwords- bzw. Adsense-Programm.Nun kann man sich fragen, wenn diese Praxis mittlerweile so alltäglich ist, wer garantiert, dass die sonstigen, natürlichen Ergebnisse nicht auch auf die ein oder andere Art manipuliert werden? Es bietet sich doch geradezu an, hier und da weiter an den Platzierungen zu feilen. Woher kommt eigentlich dieses blinde Vertrauen der Nutzer und Medien in die Aussagen der PR-Abteilung, der Algorithmus sei unabhängig und liefere stets die "besten" Resultate? Wo doch immer ein Mensch hinter der Programmierung steht und hier doch verständlicherweise eigene Geschäftsinteressen verfolgt werden müssen.Natürlich können die User jederzeit den Suchmaschinenanbieter wechseln. Tun sie aber nicht. Face the facts. Auch bei Microsofts Betriebssystemen konnten die User frei entscheiden, welchen Browser sie benutzen wollten. Oder etwa doch nicht? Microsoft bekam erhebliche Probleme wegen der Koppelung der hauseigenen Produkte, musste schließlich seine Tools entbündeln und empfindliche Geldstrafen bezahlen.Hier sind wir an einem weiteren Punkt: Verzahnung von Suchmaschine und Werbeplattform. Manch ein Website-Betreiber hat den Double Whammy schon erlebt. Das Businessmodell: Traffic durch Google, Monetarisierung durch Adsense-Einnahmen. Das Schicksal: Google-Platzierung wird erschüttert, Traffic bleibt aus, Adsense-Einnahmen im Keller, Ende Gelände. Natürlich sollte man seine wirtschaftliche Existenz als Selbstständiger nicht von einer einzigen Firma abhängig machen, aber mal ehrlich: Das sollte man mal den unzähligen Millionären erzählen, die alles auf eine Google-Karte gesetzt haben.Andererseits bleibt vielen bei ihrer Tätigkeit im Netz kaum etwas anderes übrig, denn Diversifizieren fällt schwer bei 90 Prozent Marktanteil des Giganten. Google ist nach wie vor das Eintrittstor zur Online-Welt. Dort werden Webangebote gefunden, Könige und Verlierer gemacht. Man kann sich dem Treiben sowohl bei der Promotion als auch bei der Vermarktung der eigenen Website nur schwer entziehen. Wie denn auch, denn wenn man statt über die Suchmaschine alternativ über (Text-)Werbung geht, klopft man schon wieder bei den Jungs aus Mountain View an. In puncto "gefunden werden" gibt es kaum ein Entkommen, Google gibt die Spielregeln vor und alle müssen sich darauf einstellen. Optimierung der eigenen Webpräsenz heißt Optimierung für die Suchmaschine.Gerade dort ist das größte Problem zu sehen. Die marktbeherrschende Stellung bei den Suchanbietern und gleichzeitig die marktbeherrschende Stellung bei den Werbeanzeigen. Auch hier gibt es enorme Anreize für Google, an den Schrauben zu drehen. Wirst du nicht (mehr) gefunden, investiere in Adwords. Herunterstufung des Kunden im Suchindex = Werbeeinnahmen für Google gehen hoch. Sie wären fast dumm, wenn sie hier nicht zum eigenen Vorteil eingreifen würden. Es drängt sich geradezu auf, denn die jeweiligen Statistiken sind ja reichlich im Haus vorhanden - auch dank Analytics, einem weiteren an der Webmasterfront gern genutzten Tool made by Google.Dass sie ihrem eigenen Credo "Don't be evil" auch durchaus widersprechen können, haben mittlerweile schon diverse Prozesse, Beschwerden und Untersuchungen gezeigt. Zu nennen hier z.B. das rechtlich mehr als fragwürdige Verhältnis zum Thema Copyright bei Youtube, ähnliche Auseinandersetzungen betreffend Google Books und zuletzt die Datenschutz-Querelen beim Kommunikationstool Google Wave sowie beim Kartendienst Street View. Will heißen: Google ist nicht zu trauen. Sie schaffen mit ihrem enormen Einfluss Fakten und können ihr Business auch dank ungeklärter multinationaler Rechtslage weiter vorantreiben.Vieles ist offensichtlich, vieles geschieht aber hinter verschlossenen Türen und in der Black Box. Gerade deshalb muss von behördlicher Seite Einsicht genommen werden. Das darf auf keinen Fall heißen, dass irgendwelche staatlichen Stellen Zugriff auf die Secret Sauce erhalten sollten, Daten abschnüffeln oder gar den Suchindex kontrollieren können. Gott bewahre, das wird böse in einer regierungsgenehmen Zensur enden. In manchen Ländern ist leider die dahingehende Kooperationsbereitschaft seitens Google - teils durch Zwang, Teils durch wirtschaftliche Interessen - schon stark ausgeprägt, auch und gerade in den USA.Nein, was wir brauchen ist eine wettbewerbsrechtliche Kontrollinstanz. Ein wichtiger Schritt wäre meines Erachtens die Zerschlagung der Bereiche Suche und Werbung in unabhängige Einheiten. Außerdem die Aufsicht über das unfaire Geschäftsgebaren bezüglich der Eroberung von fremden Nischen. Damit wird den anderen Wettbewerbern zusehends die Luft abgedreht, es bleibt kein Spielraum. Hier gibt es in nächster Zeit Regulierungsbedarf, denn Google tendiert stark dazu, sich zusehends alle möglichen Marktbereiche einzuverleiben, die mit ihrer Kernkompetenz so gar nichts mehr zu tun haben.Es gibt Antikartellgesetze aus gutem Grund. Es geht nicht um staatliche Bevormundung oder Kontrolle. Es geht um das Anwenden von geltenden Bestimmungen, um Wettbewerbsverzerrung und Mißbrauch von Marktmacht zu bekämpfen. In unser aller Interesse.

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Friday 09 July 2010 - 21:27 by Splitney

Was sind die Beweggründe für Wissenschaftler, ihre Arbeiten auf einer fremden Plattform im Internet zu veröffentlichen? Es gibt bei den einschlägigen in Frage kommenden Webangeboten im allgemeinen nicht sonderlich viel zu verdienen. Es sieht aber so aus, dass diese Leute häufig aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit im Bildungswesen oder in der Forschung steuersubventioniert sind. Sie können sich deshalb sozusagen erlauben, nebenher mehr oder weniger unentgeltlich im Netz zu publizieren. Ein gemeinsames netzbasiertes Forum ermöglicht außerdem den gedanklichen Austausch mit anderen über fachspezifische Themen. Dieser Nutzenaspekt muss natürlich nicht noch zusätzlich entgolten werden. Zusammen mit dem ureigenen Streben nach menschlicher Anerkennung und Aufmerksamkeit werden hier also die monetären Gesichtspunkte vernachlässigt.Veröffentlicht man im Rahmen solcher Webpräsenzen als Wissenschaftler seine Arbeiten, dann sollte man aber in jedem Fall auf eine adäquate Bezahlung pochen, egal ob man das Geld jetzt braucht oder man anderweitig finanziert wird. Das hat mit Selbstachtung, aber auch mit Anstand und Fairness gegenüber anderen Autoren zu tun.Denn wer nutzenstiftende eigene wissenschaftliche Texte ohne entsprechende Bezahlung auf eine fremde Plattform stellt, unterstützt damit indirekt das Lohndumping und wirkt letzten Endes daran mit, dass andere Publizisten kaum Chancen auf eine leistungsgerechte Entlohnung haben. Der Verweis auf die niedrigen marktüblichen Gehälter reicht den Verlagen bei der Preisfindung dann schon aus. Wenn noch nicht einmal qualitativ hochwertige wissenschaftliche Artikel angemessen monetär honoriert werden, was soll denn sonst unterstützenswert sein?Die Finanzierung solcher Leistungen seitens des Plattformbetreibers sollte hierbei ausdrücklich nicht das Problem des Autors sein. Gerade als Wissenschaftler mit gut dotiertem Hauptjob muss man sich nicht billigst verkaufen - dieser Punkt würde letztlich auch im Widerspruch zum Bestreben stehen, sich durch die Publikation einen guten Ruf zu erarbeiten.Es geht um die Veröffentlichung von eigenen wissenschaftlichen Arbeiten auf einer kommerziellen Plattform mit dem gleichzeitigen Verzicht auf eine adäquate Bezahlung und Einflussnahme. Maßgeblich erleichtert wird dieser Verzicht hierbei durch die Subvention der Publizisten an anderer Stelle sowie das Ausnutzen ihres Selbstdarstellungstriebs. Durch falschen Idealismus wird somit dem Mißbrauch durch die Werbeindustrie Tür und Tor geöffnet und andererseits dafür gesorgt, dass sich Leistung im Netz nicht lohnt. Man kann deshalb hier nur an alle Autoren appellieren, sich nicht unter Preis zu verdingen.

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Friday 02 July 2010 - 02:59 by Splitney

Die ersten validen Statistiken von deutschen Bloggern sind draußen. Qualitativ stellt sich heraus, dass eher Meinung als Recherche gefragt ist. Rotzige Selbstbekenntnisse werden also häufiger mit Flattr-Spenden bedacht als aufwändige Artikel. Quantitativ zeigt sich, dass eine handvoll bekannter Blogs mit hohen Trafficzahlen erwartungsgemäß die höchsten Einnahmen aufweisen - zusammen mit Angeboten wie der Online-Ausgabe der TAZ.Spontan kam mir der Vergleich mit den damaligen Adsense-Einnahmen in den Sinn. Nach dem offiziellen Start meiner Website "Dancefloorguide" 2003 gehörte ich Anfang 2004 mit zu den ersten, die die Google-Textanzeigen integrierten. Anfangs herrschte noch ein Nachfrageüberschuss nach Werbefläche, d.h. es gab ausreichend viele Werbetreibende, die bereits in Adsense-Anzeigen investierten. Gleichzeitig wurde der Partyguide aufgrund zunächst überschaubarer Konkurrentenanzahl auch über Google recht schnell bekannt. Die Einnahmen stiegen stetig mit der Beliebtheit des Angebots: in der Hochphase um 2005 kamen bei einem Traffic von 200.000 Unique Visitors einige tausend Euro monatlich zusammen. Im Vergleich zu den ganzen anderen Werbeprogrammen, besonders den halbseidenen Affiliate-Netzwerken ein absoluter Quantensprung in Sachen "Geld verdienen im Netz". Es war schier unglaublich, Adsense stellte sich sehr schnell als die weit und breit einzige ernstzunehmende Einnahmequelle für Webangebote dieser Art heraus und stellte alle anderen Möglichkeiten vollkommen in den Schatten. Im späteren Verlauf sättigte sich der Markt für Werbeflächen, da immer mehr Konkurrenten Einzug hielten und gleichzeitig immer mehr von diesen auch Adsense auf ihren Seiten integrierten. Da sich die Erfolgsmeldungen natürlich verbreiteten, es seitens Google kaum Aufnahmebeschränkungen gab und das Werbenetzwerk zum Teil bis heute bei vielen Webseitenbetreibern weitgehend alternativlos blieb, wimmelte es mit der Zeit von Adsense-Werbeblöcken im Netz. Über einige Jahre hinweg konnte ich allerdings die Marktstellung behaupten, so dass allein aufgrund des Traffics bis ca. 2008 nicht mehr die ganz großen, aber weiterhin sehr ordentliche Einnahmen zu verzeichnen waren.Der Vergleich mit Flattr drängt sich geradezu auf, da ja nur alle Jubeljahre mal ein Dienst so disruptiv ist, dass er imstande ist, die Finanzierungsaussichten von Webangeboten entscheidend zum Positiven zu verändern. Das was wir im Moment erleben, ist aus der Anfangsphase von Adsense bekannt. Um einnahmenseitig vorne mit dabei zu sein, muss das Webangebot fast zwingend bereits jetzt aussichtsreich am Markt positioniert, sprich: bekannt und gut besucht sein. Selbst das reicht nicht immer, denn einige Blogs klagen inzwischen trotz guter Besucherzahlen über marginale Flattr-Zuwendungen. Alle anderen als die A-Blogger scheiden hier erstmal aus dem Rennen um nennenswerte Erträge aus, sie freuen sich über Spendenaufkommen von weit unter 100 Euro im Monat. Etliche Publisher wird das bei dem ganzen Hype wahrscheinlich desillusionieren, aber wenn man die typischerweise sehr ungleiche Verteilung von Aufmerksamkeit unter den Webangeboten betrachtet, dürfte es keinen wirklich wundern.Die spannende Frage ist natürlich: Wie wird sich die Einnahmensituation entwickeln? Nach meiner Erfahrung mit Adsense rechne ich schon damit, dass sich die Erträge bei den relevanten Blogs noch um einiges steigern werden. Zum einen, weil Flattr erst in den Kinderschuhen steckt und viele Spender noch hinzukommen werden, wenn der Dienst erstmal aus der Beta-Phase heraus ist. Vorausgesetzt natürlich, das Management erlaubt sich keine groben Schnitzer und die Nutzer bleiben loyal. Die neuen User werden nun logischerweise aber auch in erster Linie bei den bekannteren Blogs spenden, so dass hier ein gewisser Konzentrationsprozess stattfinden und die Schere zwischen Gut- und Minderverdienern immer größer wird. Hinzu kommt, dass Blogger nun aufgrund ihrer Erfahrungswerte aus dem Datenbestand ihre Einnahmen optimieren können. In puncto redaktioneller Qualität ist das sicherlich weniger wünschenswert, aber die Option besteht und wenn man immer nach dem Geschmack der meisten Nutzer schreibt, werden sich nur wenige - wenn vielleicht auch lauthals - beschweren.Der andere Trend ist genau entgegengesetzt. Da nun bekannt ist, wie viel es jetzt schon potenziell zu verdienen gibt, werden natürlich noch viel mehr Blogs auf den Zug aufspringen und den Flattr-Button bei sich integrieren. Der Informationsstand ist aufgrund gegenseitiger Vernetzung heutzutage nicht mehr mit dem aus der Anfangszeit von Adsense zu vergleichen. Man tauscht sich bereits jetzt schon viel intensiver über die Möglichkeiten und Bedingungen aus, mit Flattr erfolgreich zu sein. Es kann sogar zu einem ähnlichen Phänomen kommen, wie wir es auch schon bei den verhassten MFA-Websites (Made for Adsense) haben, die mit wenig bis gar keinem eigenen Content maximale Werbeerlöse herauspressen wollen. Nämlich in abgewandelter Form, dass spezielle, z.B. populistisch daherkommende Artikel sozusagen nur für das möglichst reflexhafte Triggern des Flattr-Buttons eingestellt werden - "MFF" (Made for Flattr).Wie dem auch sei, bleibt ein Blog klein, so wird es nur beschränkten monetären Erfolg haben. Aggregiert über sämtliche Teilnehmer ist im späteren Verlauf mit tendenziell sinkenden Einnahmen für alle zu rechnen, da zu erwarten ist, dass die Zahl der Geldgeber nicht mit der Zahl der potenziellen Geldempfänger mithält. Der Kuchen wächst nicht in dem Maße wie die Zahl der hungrigen Mäuler, auf die er verteilt wird. Bis dieser Effekt allgemein spürbar wird, können aber noch Monate oder gar Jahre vergehen. Unterdessen könnten einige wenige, die die Leuchtturmfunktion im Dickicht des Netzwirrwarrs innehaben, durchaus erheblich profitieren, während der Großteil Peanuts bekommt. So ist es auch bei Adsense.Ob man selber nennenswerten Erfolg mit Flattr hat, kommt auf den Versuch an, entscheidet sich im Grunde genommen aber schon beim Blick auf die eigene Besucherstatistik.

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Tuesday 29 June 2010 - 03:32 by Splitney

Vorhin mal wieder bei neon.de stehen geblieben. Wirklich gute, ambitionierte, amüsante, emotionale, von Herzen geschriebene Usertexte gibt es da - selbstverständlich onlineüblich kostenlos - zu lesen. Texte, bei denen ganz bestimmt einige Leser zusammenkommen würden, um dafür zu bezahlen - wenn sie denn müssten. Texte, die häufig besser sind, als das was man herkömmlich, z.B. in den entsprechenden Printmedien zu lesen bekommt. Weil die Verfasser absolut frei, selbstbestimmt und kompetent bei der Themenauswahl sind. Und weil man bei ihnen diesen dezenten Ansporn merkt, nicht nur für sich, sondern zum Wohlgefühl der Leser zu schreiben.Das Anerkennenswerte ist, dass dem Printmagazin Neon - genauso wie unter anderem dem Pendant Jetzt von der Süddeutschen - es hier gelungen ist, eine Online-Community zu formen, wo alles das nachhaltig funktioniert. Ein raffiniertes Anreizsystem aus gegenseitiger Qualitätskontrolle der User untereinander im Zusammenspiel mit der Redaktion. Und ein System, dass zum Teil beachtenswerte schriftstellerische Leistungen ausschließlich unentgeltlich belohnt.Im harten Business-Sprech könnte man auch sagen: Das AAL-Prinzip (Andere arbeiten lassen) wird in Perfektion ausgetragen. Ein unerschöpfliches Reservoir an kostenlosem hochwertigen User Generated Content, zur kommerziellen Vermarktung freigegeben. Mit nur einem wirtschaftlichen Profiteur: dem plattformbetreibenden Verlag. Die Partizipanten betreiben Selbstausbeutung, indem sie ihre Zeit auf einer fremden kommerziellen Plattform mit einer Tätigkeit verbringen, die unbedingt entlohnt werden sollte und könnte.Doch diese Feststellungen wären beinahe zu gehässig. Denn der Kern der Sache ist: Die User machen das alles ziemlich freiwillig. Solange Profilierung nicht in Geltungssucht und der Spaß am Schreiben nicht in Zwang oder Selbstaufgabe ausartet. Die jeweiligen Antriebe können verschieden sein. Die gefährlichen Formen spielen bei manch einem der Verfasser sicherlich auch eine Rolle, im Regelfall gilt jedoch: Die Leute praktizieren das einfach gerne, ein befriedigendes Hobby von jungen Menschen, Schülern und Studenten die anscheinend finanziell soweit abgesichert sind, dass sie sich das geben können.Denn über das für die meisten eh nicht realisierbare "sich einen Namen machen" hinaus bringen diese kommerziellen Plattformen den Teilnehmern keinen finanziellen Ertrag. Die Option für wirkliche geldwerte Anschlussaufträge aus dem Literaturbetrieb ist für einige vielleicht ein Motivator, wird für so gut wie alle aber ganz klar ein Wunschtraum bleiben.Bei einer alternativen Strategie mit einer Veröffentlichung ausschließlich auf seinem eigenen Blog bestünden für den jeweiligen Autor tendenziell bessere Chancen auf einen direkten Vermarktungserfolg, bspw. über Promotion und Werbeeinnahmen. Wenn nicht der Trade-off zwischen Ertragsmöglichkeiten und Reichweite wäre. Neon und Jetzt sind zu einer wichtigen, hochfrequentierten Anlaufstelle, einem Aggregator mit tausenden Beiträgen und einer Art Ausstellung des jungen Schriftstellertums mutiert. Einzelne private Blogs haben es dagegen schwer, von einer nennenswerten Leserschaft entdeckt zu werden.Was heißt das für die monetären Aspekte des Online-Publizierens, speziell für die anderen Blogger? Nichts Gutes. Denn die Beispiele Neon und Jetzt zeigen: Es gibt einen schier unbegrenzten Nachschub an Menschen, die bereit sind, ohne Bezahlung anderen Menschen einen Lesegenuss zu verschaffen. Die Plattform als Sammelstelle garantiert hohen Output über vielfältige Themenbereiche hinweg. Sicherlich überwiegen erwartungsgemäß die jugendbezogenen Lifestyle-Inhalte, aber auch harte Bereiche wie Politik und Wirtschaft sind durchaus vertreten.Es ist selten der - inzwischen auch offline immer weniger anzutreffende - knallhart recherchierte journalistische Newscontent. Dort besteht noch am ehesten ein Markt. Auf alle Fälle ist es aber ansprechende literarische Kost, die da von den sich gegenseitig hochpushenden Nutzern dargeboten wird. Dieser Teil des Publizierens scheint somit für an anderen Orten des Netzes geäußerte monetäre Bestrebungen vollkommen ausgeschlossen und ein für alle mal verloren. Verfassen von literarischen Texten für Geld? Unwahrscheinlich.

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Friday 25 June 2010 - 23:44 by Splitney

Boy was I miffed when they shut down Napster back in the days. Lesson learned: Just because something is there for years doesn't mean it's legal. And nothing lasts forever.I come to the conclusion, that there's no legal business case in providing a (costly) infrastructure for user submitted content, just like a hosting service without the obligation to supervise what's going on at the platform - but nevertheless with the firm intention to earn money out of this constellation just like a commercial publisher.Profit without responsibility, you can't have it both ways. Youtube is fueled by persistent copyright violations, which can't be endured any longer. On the other hand, users wouldn't agree to all legal risk being shifted towards them - they would stop uploading content instantly after the first lawsuits.Perspectives without legal pitfalls? Either decentralize and just aggregate the links to the respective media. Or be a host in the strict sense of the word, imperatively without commercial ambitions regarding the platform content. Both not very compelling prospects.So what's left for platforms like Youtube? Paid hosting, paid content.

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