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Die Überschätzung der eigenen Wichtigkeit by Splitney

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Tuesday 17 August 2010 - An Menschen, die sich gerade neu im Web einbringen

Sevenloads unternehmerische Erfolglosigkeit by Splitney

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Tuesday 10 August 2010 - Kennst du Sevenload? Klar, die Marke wird ja nun s

Qualität und Werbefinanzierung bei Fernsehproduktionen by Splitney

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Image Banner revisited by Splitney

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Friday 30 July 2010 - Aus Jux und Dollerei habe ich auf dem Partyguide m

Robert Basic und die Halbe Wahrheit by Splitney

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Monday 19 July 2010 - Oh yeah, dieser Typ bringt mich wirklich auf die P

Tuesday 17 August 2010 - 03:21 by Splitney

An Menschen, die sich gerade neu im Web einbringen, z.B. durch ein eigenes Blog, sieht man oftmals sehr gut die völlig überzogenen Erwartungen, die diese an die Resonanz auf ihre Tätigkeit haben. Da wird davon ausgegangen, dass die Menschheit nur darauf gewartet hat, dass man selbst etwas im Internet über sich oder Gott und die Welt schreibt. Tausende Besucher werden natürlich auf die neu geschaffene Webpräsenz strömen - die haben ja auch sonst mangels thematischen Alternativen nichts besseres zu tun.. Es wird sich allen Ernstes gewundert, dass die Leute einem nicht von Anfang an die Bude einrennen.Naja und dann muss sich jeder zwangsläufig mal schnell dem erforderlichen Realitäts-Check unterziehen und feststellen, dass das mit dem Publikum im Netz gar kein Selbstläufer ist, sondern man aufgrund der statistischen Gegebenheiten froh sein kann, wenn einen überhaupt jemand findet. Und so bleibt es dann bei einer Handvoll zumeist auch noch zufälliger täglicher Besucher, die sich mangels Masse und Interesse natürlich nicht an der angebotenen Konversation beteiligen und sich auch nicht durch Drücken des Flattr-Buttons oder Klicken auf einen Werbebanner bemerkbar machen. Denn Fakt ist leider: An der Gesamtheit der Websurfer gemessen liest kaum jemand Blogs. Und die wenigen, die es tun, haben die Auswahl zwischen unzähligen Informations- und Unterhaltungsangeboten und konzentrieren sich im Wesentlichen auf die dicken Fische. Den Boden der Tatsachen nennt man diese Erkenntnis dann wohl.Ganz ähnlich verhält es sich denn auch bei der gestörten Selbstwahrnehmung als Usergruppe von sozialen Netzwerken. Längst nicht jeder ist auf Facebook. Wenn man nicht gerade Twen oder jünger ist, kann man mit Erstaunen feststellen, dass da eher eine Minderheit an Gleichaltrigen, z.B. ehemaligen Klassenkameraden wirklich aktiv ist. Das schiefe Bild entsteht hier durchs Mitmachen: Hält man sich innerhalb der eingeschworenen Community auf, so bekommt man leicht einen falschen Eindruck von der Zahl und der Außenwirkung der Teilnehmer. Thematisch heißt das dann unter anderem: Der Party-Spaßmob lässt sich vielleicht noch ganz vortrefflich viral organisieren - beim online verbreiteten Aufruf, z.B. bei wichtigen politischen Dingen doch mal den Computer auszuschalten und auf die Straße zu gehen, sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Die reale Aktivierung von Onlinemenschen gestaltet sich mitunter als sehr mühsam. Auch die zahlenmäßige Bedeutung der eigenen Spezies in Relation zur Gesamtbevölkerung wird vollkommen übertrieben eingeschätzt. Man denke nur an die regelmäßigen Topergebnisse, die die Piratenpartei in Online-Umfragen erzielt. Und das bislang dann doch sehr klägliche Abschneiden bei realen Wahlen.Extremer ist das alles bei Twitter zu beobachten. Im Mikrokosmos der Twitter-Aktivisten lässt sich durchaus ein gewisser Realitätsverlust beobachten. Nicht nur die Anzahl der Gleichgesinnten wird angesichts des kuscheligen Gemeinschaftsgefühls eines sozialen Netzwerks massiv überschätzt. Sondern damit einhergehend auch die gefühlte Relevanz als gesellschaftliche Gruppe. Als ob man irgendwas zu melden hätte oder der Senf, den man auch noch dazu geben muss, irgendwen da draußen interessieren würde.Sorry, der Zahn muss den Fanboys dann schon gezogen werden: Laut der neuen ARD/ZDF-Onlinestudie nutzen weniger als ein Prozent der Bevölkerung regelmäßig Twitter, wohingegen es 98% komplett am Allerwertesten vorbeigeht. So ist Twitter trotz gegenteiliger Behauptungen der Intensivnutzer ganz bestimmt kein relevantes Medium, genausowenig wie seine euphorischen User gesellschaftlich irgendwie wichtiger und deren Artikulation nach außen halbwegs vernehmbar wären. It's just a lot of noise.

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Tuesday 10 August 2010 - 03:15 by Splitney

Kennst du Sevenload? Klar, die Marke wird ja nun schon seit geraumer Zeit quer durch die Medien geprügelt. Ich selbst kann mich nicht daran entsinnen, selbst jemals schon aus eigenem Antrieb Besucher der Plattform bzw. Konsument ihres Contents gewesen zu sein. Warum auch, wenn ich Videos suche, finde ich alles was ich brauche in den allermeisten Fällen bei der mit Abstand meistgenutzten Anlaufstelle Youtube. Alle anderen Anbieter, insbesondere die deutschen wie Myvideo und Sevenload, müssen sich hinten anstellen.Wie auch immer, im Netz stolpert man gerne mal über die Personalie Ibrahim Evsan, seines Zeichens "Founder of Sevenload". Als Berufsbezeichnung macht das ja oberflächlich betrachtet zunächst schon mal Eindruck. Er war als "Denker und Lenker" für die technische Gestaltung der Plattform eingesetzt. Dafür bekam er Preise. Inzwischen ist er abgetreten, schrieb ein Buch, betätigt sich als Berater und ist Mitglied bei irgendwelchen branchennahen Institutionen. Bestimmt ist er ein netter Kerl mit einigen interessanten Ansichten. So weit, so gut.Doch was steckt unternehmerisch dahinter? Man lässt sich immer so von einer Firmenmarke blenden, aber fragt nicht nach. Um festzustellen, welche Substanz hinter der Fassade vorhanden ist, sollte man erstmal wissen, was es denn mit dem Geschäftsmodell Sevenload auf sich hat. Die Firma gibt es ja nun schon seit ein paar Jahren, sie war seinerzeit außerordentlich erfolgreich beim Einsammeln von Venture Capital und man sollte ja dann inzwischen auch mal wissen, wo die Reise hingeht. Was ist draus geworden, sind sie inzwischen profitabel?Nun, das Geschäftsmodell lautet - so langweilig wie üblich - Werbefinanzierung und Paid Content. Immer die gleiche Leier. Da schwant einem schon Übles, denn es gibt so gut wie keine Firma in der Branche, die damit Geld verdienen würde. Die Jahresabschlüsse zeigen dann auch auf, dass der Laden bisher nicht nur mit einer enormen Burnrate das Kapital seiner Investoren verplempert, nein schlimmer: es werden zudem noch Jahr für Jahr steigende operative Verluste angehäuft. Für das Geschäftsjahr 2007 steht da ein Jahresfehlbetrag von über 2,3 Millionen Euro und für 2008 von fast 7,5 Millionen Euro. Das sind - ab von dem ganzen Bullshit-Talk drumherum - die ausschlaggebenden nackten Zahlen. Ich denke, sie sprechen für sich.Geschäftsführer Axel Schmiegelow bemüht sich mit PR-lastigem Unternehmersprech um Schadensbegrenzung, aber redet sich angesichts der harten Fakten letztendlich doch nur um Kopf und Kragen. Angesichts der starken Verwerfungen zwischen Aussenansicht und inneren Vorgängen bei all diesen mit massiven Zuschüssen hochgepeppelten und über Jahre künstlich am Leben gehaltenen Web2.0-Startup-Klitschen, treibt mich insbesondere eine Frage seit langem umher: Was ist unternehmerischer Erfolg?Ist Erfolg eine zutiefst individuelle Sache, also das rein persönliche Glück und wirtschaftliche Wohlergehen der unternehmerisch Verantwortlichen? Erwartungen zu schüren, Investorengelder einzusammeln, dann rechtzeitig aus einer Unternehmung auszuscheiden und sich fortan mit dem Titel "Founder" der allseits bekannten Marke zu schmücken? Den vergoldeten persönlichen Exit zum optimalen Zeitpunkt zu schaffen, gleichzeitig aber den Erfolgsnachweis des vielgepriesenen Geschäftsmodells anderen zu überlassen? Sich auf diese Art und Weise schadlos aus der Affäre zu ziehen und im Nachhinein beratende, wohlwissende Sprüche klopfen zu können? Schließlich hat man sich durch den pfiffigen Abgang ja nichts vorzuwerfen, nicht wahr.Oder ist Erfolg das Einsteigen und Eingesetztwerden nach der Gründung zu einem Zeitpunkt wo ein Unternehmertyp gefragt ist, der den Kahn durch die wilden Gewässer des Webbusiness manövriert? Immer ein gutes, wärmendes Wort für Investoren und Öffentlichkeit parat. PR-technisch begabt und ansonsten nur Verwalter der Finanzierungsmaßnahmen, die mit großen Hoffnungen und Erwartungen in das Unternehmen fließen. Dabei mit ordentlichem festen Gehalt aus dem Subventionstopf, kaum Risiken und persönliche Verantwortung. Wenns schief geht, egal, dann waren halt der Markt oder die Kunden schuld. Ein Leben von der Kapitalspritze. Das wäre die Rolle eines Geschäftsführers, der von außen "eingesetzt" wird.Oder ist unternehmerischer Erfolg nicht was ganz anderes? Bekannte guckten mich damals schief an, als ich erzählte, dass ich Full-Time einen Partyguide im Netz betreibe. Klar, beim Besuch der Website konnte der Eindruck der Lächerlichkeit durchaus entstehen: "Was, mit den paar Webseiten, wie soll das denn gehen, mach lieber was Vernünftiges." Nun ja.. ich verdiente in dieser Zeit bis zu 4000 Euro im Monat aus Werbeeinnahmen. Mit harter Arbeit, im stillen Kämmerchen, ganz ohne marktschreierisches Auftreten nach außen (was ein Fehler gewesen sein könnte). Das Ganze ohne einen Cent Venture Capital und ohne irgendwelche Millioneninvestitionen amortisieren zu müssen.Wenn es auch selbstbeweihräuchernd klingt, aber im Nachhinein betrachtet komme ich angesichts der vielen Blender immer mehr zu der Einschätzung, dass das damals ein unternehmerischer Erfolg war. Im Gegensatz zu den meisten anderen habe ich es immerhin geschafft, statt große Sprüche zu klopfen mit einer Unternehmung wirklich profitabel zu sein. Wenn auch nur als Ein-Mann-Betrieb mit all den Schwächen und Defiziten und auch leider nur für ein paar Jahre. Das ist halt unternehmerisches Risiko. Aber egal ob im großen oder kleinen Stil, alleine das Ziel zu erreichen, profitabel zu sein, ist entscheidend. Bei einer Anschubfinanzierung durch Fremdkapital reicht dies freilich noch nicht. Die Investitionen müssen ja auch wieder eingespielt werden, um wirklich gewinnbringend zu operieren. Jeder, der das schafft, hat meinen allergrößen Respekt. Ob man dazu keinen oder 30 Mitarbeiter benötigt, liegt an der Größenordnung des Vorhabens, ist als solches aber nur insofern relevant, als dass letzteres natürlich wohlfahrtstechnisch höher anzurechnen ist, weil man es dann auch noch geschafft hat, einige Leute zusätzlich in Lohn und Brot zu bringen.Das schaffen Firmen wie Sevenload zwar auch, doch zu welchem Preis? Erstens klappt es von vornherein immer nur für eine begrenzte Zeit, denn spätestens wenn die Kapitalgeber ihr Geld wiedersehen wollen, ist Sense. Man kann logischerweise nicht auf Jahre hinaus unwirtschaftlich arbeiten, zumal ohne wirkliche Perspektive - irgendwer ist immer der Dumme und zahlt die Zeche. Das ganze Konzept ist natürlich nicht nachhaltig, denn letzten Endes lebt das gesponserte Unternehmen auf Kosten anderer Leute und verzerrt zudem noch die Wettbewerbsstruktur am Markt - nochmal ein ganz eigener Sachverhalt, dem viel zu wenig Beachtung geschenkt wird.
Lieber gar nichts tun, als Kapital in dieser Größenordnung zu verbrennen, könnte man meinen. Wie viele Menschen könnte man allein mit diesen Investorenmillionen ein Leben lang durchfüttern?Ehrlich, abgesehen von gewiss vorhandenen Teilerfolgen: No respect für Evsan und Co. Wer den harten Profitabilitätsnachweis schuldig bleibt, ist in meinen Augen kein erfolgreicher Unternehmer, fertig aus. Zudem finde ich es eher frech, wenn diese Leute dann im Nachhinein auch noch mit ihrer unternehmerischen Minderleistung hausieren gehen und meinen, der Menschheit erklären zu müssen, wie man es richtig macht.Aber vielleicht sehe ich das auch alles falsch und es geht im Berufsleben einfach nur darum, seine Schäfchen irgendwie ins Trockene zu bekommen, sich von der Öffentlichkeit oder irgendwelchen Gönnern bezahlen zu lassen und letzten Endes auf Kosten der Allgemeinheit seine Pöstchen zu besetzen. Wenn man nicht wüsste, dass eine Volkswirtschaft, in der keine Mehrwerte erzielt werden, auf Dauer nicht lebensfähig ist.

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Tuesday 03 August 2010 - 17:18 by Splitney

Wenn man behauptet, das deutsche Fernsehen sei selbst Schuld an seinem Untergang, so ist dies nur für den Aspekt richtig, als dass man es gerade verpasst, neue Sende- und Bezahlstrukturen zu entwickeln. Ansonsten muss man die Anbieter hier sogar in Schutz nehmen. Es lohnt sich für die deutschen Privatsender in vielen Fällen einfach nicht, aufwändige Fernsehproduktionen ins Programm einzubauen.Was wir besonders an den Diskussionen im Internet sehen, ist, dass es eine kleine, dafür aber äußerst enthusiastische Hardcore-Fraktion gibt, die bestimmte, zumeist amerikanische TV-Serien der neuen Generation über alles liebt. Man sollte aber nicht die Perspektive verlieren: Dies sind verglichen mit der deutschen Gesamtbevölkerung sehr wenige Zuschauer, die nur so überproportional hier in Erscheinung treten, weil sie zugleich auch besonders onlineaffin sind und natürlich immer, wenn ihr Lieblingsthema angesprochen wird, sich rege an der Diskussion beteiligen.Free-TV-Sendern kann man in diesem Fall keinen Vorwurf machen. Sie sind auf Reichweite angewiesen und haben zudem kaum Möglichkeiten mit dem zugekauften Sendecontent durch Weitervermarktung einen Mehrwert zu erzielen. Ein Medienanbieter - gleich auf welcher Plattform er operiert - verschenkt Einnahmepotenziale, wenn er sein Programm ausschließlich werbefinanziert ausstrahlt, zugleich aber spezielle Inhalte bringt, für die es nur relativ wenige, aber darüber hinaus zahlungsbereite Konsumenten gibt. Das Hin- und Herschieben solcher Formate im Programmangebot der Sender in der vergeblichen Hoffnung auf bessere Einschaltquoten zeugt davon.Das herkömmliche Modell der rein werbefinanzierten Ausstrahlung ist mit den Qualitätsansprüchen dieser jungdynamischen Gruppe von Fernsehzuschauern nicht mehr vereinbar. Bleiben also nur passende Bezahlangebote in verschiedenen Distributionsformen übrig, um die eingeschworenen Fans zu bedienen. Die Impulse dafür werden wohl eher direkt von den amerikanischen Quellen zu erwarten sein, als dass der Markt der inländischen Fernsehmedien dazu imstande ist, sich selbst grundlegend den Bedürfnissen des "neuen" Publikums anzupassen.

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Friday 30 July 2010 - 00:49 by Splitney

Aus Jux und Dollerei habe ich auf dem Partyguide mal wieder grafische "Image"-Werbung für Werbetreibende über das Adsense-Konto freigeschaltet. Um zu schauen, was für Banner auf meiner Website eingeblendet werden und welche Erträge sie bringen.Zunächst einmal die Kritik an der Abrechnungsmethode: Grafikbanner sollten eigentlich im Gegensatz zu Textanzeigen generell auf CPM-Basis (also per Impression, Einblendung) abgerechnet werden. Wieso? Nun, Werbung mit Bildelementen enthält immer auch einen Bonus on top, nämlich die visuelle Komponente. Diese ist bei simplen Textanzeigen naturgemäß nicht vorhanden, dort geht es um unaufdringliche werbliche Information. In einen Grafik- oder Videobanner hingegen kann man prinzipiell alles mögliche hineinpacken: neben Information, Aufforderung und Kontaktdaten eben auch visuellen Impact und Erlebnisse. Das wird bei den meisten konventionellen Werbemitteln zwar nicht in dem Maße angewendet, aber die Möglichkeiten sind da - dazu bedarf es als Grundlage zuallererst einmal einer guten gestalterischen Anmutung.Diese zusätzlichen Optionen, die von der Werbeindustrie wahrgenommen werden können, müssen aber dem Publisher und Website-Betreiber entgolten werden, um ein Gleichgewicht herzustellen und einen einträglichen Anreiz, eben diese Werbeform auf seinem Portal zu implementieren. Andernfalls ist dies für ihn oft nachteilig, da Imagewerbung deutlich auffälliger ist, mehr ablenkt und Blicke auf sich zieht. Dieser für den Werbetreibenden natürlich gewünschte Effekt bedeutet für den Publisher eine Verkürzung der Aufmerksamkeitsspanne des Users für den eigenen Content bzw. für andere Werbebotschaften. Womit durch so einen Trade-Off potenziell eine Verminderung seines sonstigen Einkommens aus der Website einhergeht, denn die Zeit, die der User dort verbringt, ist begrenzt.Wird in Klicks abgerechnet, so erhält der Werbetreibende einen Freifahrtschein auf Kosten des Publishers, denn er kann größtenteils kostenlose visuelle Werbung mit hohem Impact machen. Das Marketingrisiko ist in diesem Fall ungünstig verteilt. Eine Abrechnung von grafischer Werbung ausschließlich in CPM (Impessions) statt CPC (Klicks) oder gar CPL (Leads) wäre daher nur konsequent, denn CPM sorgt durch die Verlagerung des Marketingrisikos hin zum Werbenden für ein Gleichgewicht von Kosten und Nutzen zwischen den Werbepartnern. Das ist insofern wichtig, als dass für einen professionellen Website-Betreiber nun der Stimulus hergestellt ist, bei Adsense statt der Textanzeigen auch grafische Werbung zuzulassen. Offenbar werden von Google aber Text- und Imagewerbung auf einen Haufen geschmissen und in beliebigen Abrechnungsformen in einer Auktion munter gegeneinander antreten gelassen. Dieses Vorgehen halte ich für falsch. Richtig wäre: Unterschiedliche Werbepotenziale, unterschiedliche Abrechnungsformen, zwei separate Werbeprogramme.Soviel zur Theorie. Die Praxis sieht so aus, dass etliche Grafikbanner, die von den Werbetreibenden über Adsense geschaltet werden, immer noch die grottenschlechte Qualität wie vor Jahren haben. Teilweise so lachhaft, dass man sich als Plattformbetreiber wirklich schämen muss, denn Werbung wird natürlich immer auch als Bestandteil der eigenen Webpräsenz gesehen. Es wird ganz deutlich, dass viele Werbetreibende den Billigheimer machen und ihre - im Übrigen häufig dazu passenden fragwürdigen - Angebote auf diese Art und Weise unters Volk bringen wollen. Ohne Rücksicht auf stilistisches Niveau und optische Mindestanforderungen wird hier absolute Amateurklasse geboten. Selber schnell dilletantisch hingepfuscht sehen die Banner dann auch genau so aus. Das ist allenfalls abschreckend. Positiv darauf reagieren werden höchstens diejenigen, die absolut keine Ansprüche und keinen Sinn für grafische Gestaltung haben. Bei allen anderen Website-Besuchern werden die Augen geradezu beleidigt.Wer kommt auf die Idee, solcherlei Werbung zu machen? Wissen die besagten Werbetreibenden eigentlich, was sie da tun? Was bezweckt man damit, keinen Grafiker zu beauftragen, der sich damit auskennt? Mir fällt dazu nur ein: Was nix kost, ist auch nix. Hier will man nur billige Klicks absahnen und sonst nichts. Die eigene Marke, das eigene Image scheint völlig egal zu sein.Man muss dazu natürlich auch anmerken, dass es nicht umsonst gerade die Google-Infrastruktur ist, auf der sich so ein Portfolio versammelt. Vielleicht ist es marketingtechnisch für das Renommee der Plattform als optionaler Anbieter von Grafikwerbung doch nicht so angebracht, wirklich jedem "Mom-and-Pop-Business" die Tore zu öffnen. Zudem hätte man selbstverständlich längst ein viel größeres Repertoire an Gestaltungsmöglichkeiten anbieten müssen, zu denen beispielsweise auch neue innovative Formate gehören. Den Dilletantismus der Teilnehmer kann man damit freilich nicht beseitigen.Abgesehen davon geht es unter Nutzung der derzeitigen Möglichkeiten natürlich bei einigen Werbetreibenden - gerade bei den größeren, die aufs Markenimage achten - auch anders. Gute Ansätze sind ja vorhanden, man möchte als Publisher nur mehr davon auf seiner Website sehen. Aber es ist schon sehr erstaunlich, wie wenig gerade auch auf der Adsense-Plattform das an sich vorhandene Potenzial genutzt wird, mit einem Bannerformat auch mal einen wirklich guten, bleibenden Eindruck zu erzielen, ja Geschichten zu erzählen, Menschen zu begeistern. Mag etwas übertrieben klingen, aber es ist ja möglich, es wird nur viel zu selten professionell und kreativ angepackt. Statt dessen schalten immer mehr Besucher angewidert den Werbeblocker an. Mir scheint, Bannerwerbung im Web hinkt der sonstigen Entwicklung um Jahre hinterher bzw. verharrt irgendwo in 1998..

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Monday 19 July 2010 - 05:50 by Splitney

Oh yeah, dieser Typ bringt mich wirklich auf die Palme. Kurz zur Personalie: Robert Basic, zunächst mit seinem Tech-, Gadget- und Privatblog basicthinking.de eine der bekanntesten Gestalten der Bloggerszene. Deutscher Robert Scoble. Anfang 2009 Verkauf des Blogs, danach gescheitertes Projekt "Buzzriders". Heute mit robertbasic.de unterwegs.Ich mag ihn nicht. Das liegt nicht daran, dass er fett und hässlich ist, sondern an seiner ekelerregenden Arroganz und Selbstgefälligkeit, die er sich mit den Jahren angeeignet hat. Sein damaliges Blog war bei mir gebookmarkt. Abgesehen von seinen uninteressanten Beiträgen aus seinem Privatleben und einem in Youtube-Videos offenbarten fiesen Musikgeschmack hatte er immer viele News über das einschlägige Internet-Geschehen. Diese mit erkennbarem Eifer verfassten Infos boten vor ein paar Jahren noch eher wenige Websites. Dementsprechend auch seine recht ansehnlichen Trafficzahlen. Der monetäre Erfolg kam in der Folge wohl auch nicht zuletzt daher, dass er ein guter Networker ist. Er war einer der ersten, die die Vermarktung des eigenen Blogs selbst in die Hand nahmen und damit angeblich auch ganz passable Einkünfte generierten. Ein wirklich beachtlicher persönlicher Erfolg, gekrönt mit dem wohl eher aus einer spontanen Laune heraus vollzogenen Verkauf seiner Website auf Ebay für knapp 47.000 Euro an einen Hoster. Also: Sowohl die erkennbare Leidenschaft, der Trafficaufbau als auch die Monetarisierung nötigten mir als Leser und Webmaster allen Respekt ab.Es gab damals schlichtweg noch nicht sehr viele Blogger. Die, die es gab und die auf einem gewissen Niveau durchgehalten haben, sind heute oftmals noch in den Blogcharts - und zwar überproportional - präsent. Blogger wie Basic sind qualitativ nicht besser, als vieles, was sich mittlerweile vor allem auch an Nachwuchs auf dem Markt tummelt. Das gibt er sogar selber zu und geht damit hausieren: "Da es mir gelungen ist, kann es auch anderen gelingen". Was ihm entgangen zu sein scheint, ist, dass das Konkurrenzumfeld sich in den letzten Jahren so radikal verändert hat, dass man selbst mit sehr guten Inhalten, viel Disziplin, hoher Motivation und unter Einbeziehung der neuen Möglichkeiten durch Social Networking kaum noch in der Lage ist, als Blogger dauerhaft auch nur annähernd soviel Aufmerksamkeit und Traffic zu erlangen, wie es damals in der guten alten Zeit möglich war.Ernsthaft kein Neid meinerseits - ich weiß nur, wovon ich spreche. Ich habe 2003 nicht mit einem Blog, sondern mit einer Plattform angefangen und einige Jahre selber durchaus beachtliche Erfolge in Sachen Traffic und Einnahmen erzielen können. Nur mache ich mir nichts vor: Würde ich heute mit dem selben Dienst starten: Nicht den Hauch einer Chance! Damals war genau die richtige Zeit, es gab wenig und unprofessionelle Konkurrenz, ich besetzte eine Marktnische, dann kam Google, erst mit der Suchmaschine, dann mit Adsense.. Wenn ich eins gelernt habe aus meiner unternehmerischen Tätigkeit als Website-Betreiber: Natürlich musst du in dein Projekt einen ganzen Haufen Blut, Schweiß und Tränen stecken. Und natürlich brauchst du ein Produkt, was Kundenbedürfnisse erfüllt. Aber: Du musst zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Das Timing ist entscheidend.Genau so war es auch bei ihm und den anderen Alteingesessenen, die heute noch unverhältnismäßig häufig in den Blogcharts auftauchen: Ranklotzen, good enough Content, eine Menge Biss und Durchhaltevermögen, Vermarktungschancen nutzen, aber das Entscheidende: Rechtzeitig am Start. Das ist das ganze Geheimnis.Gerade diesen Punkt sieht der Herr Basic nicht oder verschweigt ihn vorsätzlich. Statt dessen hört er nicht auf, in seinem Blog ständig immer wieder neue Tipps vorzukauen, wie man mit Blogs (erfolg)reich wird. Und seine Leser - mittlerweile liest sich das in den Kommentaren eher wie seine Jünger, denn es gibt kaum Widerspruch - wollen das anscheinend auch genau so hören. Tschakka, du schaffst es! Stellt sich die Frage, ob er wider besseres Wissen immer wieder diese Sülze bringt, ob er es bewusst macht, um seine treuen Leser bei Laune zu halten und sich anderweitige Möglichkeiten in der Beraterbranche verspricht. Letzteres wäre kein Einzelfall, der aufmerksame Leser erlebt immer wieder mal, wie die Qualität eines Blogs genau zu dem Zeitpunkt zugunsten von monoton-positivistischem Eigen-PR-Gewäsch geopfert wird, da der Autor bestimmte andere berufliche Tätigkeiten außerhalb seiner Bloggerei anstrebt.Dabei müsste er es wirklich besser wissen. Das großspurig angekündigte Projekt "Buzzriders", das er vor einiger Zeit mit viel Tamtam, diversen Barcamps, Workshops, Networking und Schlagmichtot angeschoben hat, sollte wohl ein deutschlandweites Portal für lokalen Journalismus werden. Schon anfangs habe ich mir einfach nur an den Kopf gefasst - was für eine Gigantomanie, Hybris, maßlose Selbstüberschätzung und mangelnde Markteinschätzung. Natürlich ist das Projekt grandios gescheitert - aus vielfältigen und ganz banalen Gründen, die man hier gar nicht aufzählen muss. Aber eines hätte der Herr Basic doch schon aus dieser Pleite mitnehmen und offen darlegen können: Es klappt halt nicht alles, was man anpackt und vor allem: ungeachtet aller anderen Dinge, dass er diesmal wohl offensichtlich nicht den richtigen Zeitpunkt erwischt hat.Ich vermute mal, dass er wirklich denkt, er hilft den Menschen weiter mit seinen Blog-Businessplänen und salbungsvollen Anleitungen. In der Rolle des Motivators tut er das bei dem ein oder anderen vielleicht auch, nur eines werden diese Gläubigen garantiert nicht mit ihren eigenen Webprojekten haben: Erfolg. Warum nicht realistisch sein und ganz nüchtern sagen, dass es mittlerweile kaum noch eine Chance für Blogger gibt, halbwegs bekannt zu werden, geschweige denn von der Arbeit leben zu können? Klar haben es auch schon damals nur wenige zu was gebracht. Aber die Zeiten haben sich nachhaltig geändert und die Fakten liegen auf der Hand: Trafficerfolge in überschaubarer Zeit sind nicht mehr möglich: dafür gibt es für fast alle Themen zu viele Mitstreiter. Monetäre Erfolge sind kaum noch drin: zu viel Konkurrenz um die Werbeflächen.Basic negiert sogar, dass man gut sein muss, in dem was man tut. Dabei reicht das heutzutage noch nicht mal als Grundvoraussetzung. Es gibt mittlerweile einfach viel zu viele, die sich vom Bloggen mehr versprechen als Spaß. Und gerade durch solche windelweichen Versprechungen erhöht man diese Zahl immer weiter. Wo doch die allermeisten, denen solche Dinge in Aussicht gestellt werden, sang- und klanglos scheitern werden. Warum nicht zur Abwechslung mal Tacheles reden: Bloggerei als Beruf? Forget it!Klar wird es immer wieder Ausnahmen geben. Aber man sollte bei der Wahrheit bleiben. Und es ist einfach schäbig und unredlich, den Leuten angesichts der heute wesentlich ungünstigeren Marktchancen mit irgendwelchen altklugen Ratschlägen falsche Hoffnungen zu machen und sich selbst dabei abzufeiern nach dem Motto "Seht her, ich habs geschafft und ihr könnt das auch". Man tut seinen Lesern letztendlich keinen Gefallen, im Gegenteil: man verhöhnt sie mit dieser Art Beratergeschleime. Und das ist, was ich Robert Basic vorwerfe: Er erzählt nur die halbe Wahrheit.

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