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Zwei gegenläufige, ziemlich perverse Trends sind beim Kindertransport im Straßenverkehr zu beobachten: Auf der einen Seite das in den letzten Jahrzehnten immer weiter mit EU-Vorschriften, StVZO-Maßgaben, Crash-Richtlinien und sonstwelchen Regelungen belegte Sicherheitsdenken bei der Personenbeförderung im ach so bequemen Auto. Wohl in erster Linie auch nur dazu da, um noch irgendwelche Marketing-Argumente für eine längst übersättigte Käuferschicht zu liefern. Neuwagen sehen aber inzwischen aufgrund der enorm anspruchsvollen Crashsicherheits-Standards gezwungenermaßen alle gleich aus. Statt attraktivem, leichten Design nur noch fette Straßenkreuzer, Panzer mit kleinen Sichtluken und Blech ohne Ende. Das Ganze dann nochmal garniert mit dutzenden elektronischen Assistenzsystemen und Sicherheitsfeatures. Ein in einem solchen tonnenschweren Trumm befördertes Kleinkind ist dann innendrin zwischen diversen Airbags zusätzlich mit Isofix am TÜV-getesteten altersgerechten Sicherheitsschalensitz festgezurrt. Selbst ein Seitencrash mit höherem Tempo wird den Insassen wahrscheinlich nicht mal einen Kratzer anhaben. Um das Wohl ihrer Jüngsten besorgte Cayenne-Mütter helicoptern in diesen Festungen ihre Brut dann täglich bis an die Klassenzimmertür. Eine noch idiotensicherere Transportweise ist quasi ausgeschlossen, wer hier immer noch Paranoia hat, sollte dann konsequenterweise gar nicht mehr aus dem Haus gehen.Auf der anderen Seite das totale Gegenteil, sozusagen die absolute Light-Sparvariante: das Lastenfahrrad bzw. im Speziellen: der Kinderanhänger. Ein dünnes klappriges Eisengestell auf Stoßfängerhöhe, in das die Kiddies von ihren ökologisch bewussten Eltern gepfercht werden. Die ständige Drohkulisse immer auf Augenhöhe der solchermaßen Beförderten. Ein kleiner Rempler von einem der motorisierten anderen Verkehrsteilnehmer - erst recht vom oben beschriebenen SUV-Klientel - reicht, um hier tödliche Unfälle anzurichten. Da hilft dann auch kein notdürftiger Fahrradhelm mehr. Und nein, wie beobachtet werden die Dinger eben nicht nur auf dem Gehweg, sondern auch auf der Fahrbahn benutzt - besonders, wenns mal schneller als Schritttempo gehen soll und dann auch verständlich im Sinne der Fußgänger.Schon merkwürdig, diese Doppelstandards mit der Protektion der eigenen Nachkommen auf allerhöchstem und allerniedrigstem Level. Die Lösung kann hier eigentlich nur lauten: strikte Trennung von Auto- und Fahrradverkehr. Und dafür Autos am besten generell raus aus den Innenstädten.

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