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Schon lange wollte ich etwas über dieses Thema schreiben. Nun ist es soweit, denn das hier schlägt an Dreistigkeit dem Fass den Boden aus:Fitness-Youtuber Mischa Janiec hält uns einen TED-Vortrag über sein Natural BodybuildingLeider hat die Sache einen Haken: Mischa Janiec ist kein Naturalsportler sondern das Gegenteil.Als langjähriger Fitnessstudio-Besucher mit Wissen über das natürlich Machbare bin ich mittlerweile in der Lage, Anabolikamißbrauch zumindest bei Bodybuildern einigermaßen zuverlässig mit bloßem Auge zu erkennen. Siehe Instagramfotos, Google-Bildersuche etc. Er ist so ein Kandidat, wo das sogar sehr offensichtlich ist. Trotzdem: Steroidkonsum ist oft weniger eindeutig erkennbar als z.B. Schönheitsoperationen.Hier nur ein paar der vielleicht prägnantesten physischen Hinweise: typische Nackenwölbung ("Roidnacken"), dreidimensional herausstechende Schultern ("Kanonenkugelschultern"), generell extrem geringer Körperfettanteil bei sehr ausgeprägter Muskelmasse (signifikant hoher FFMI = Fat Free Mass Index).Wie ich gemerkt habe, gehört zu so einer Einschätzung wohl eine gewisse Erfahrung. Bei mir sind es bisher insgesamt über 10 Jahre moderater regelmäßiger Kraftsport und Fitness-Training. Ob im Studio oder mal wochenends im Club, gewisse Kerle sehen so brutal muskulöser aus als die anderen und man selber, dass man anfängt, zu hinterfragen. Irgendwann ist schon klar, dass da was nicht mit rechten Dingen zugeht. Mich hat dann interessiert, was sich diese Jungs da so reinballern.Generell geht es im Bodybuilding primär um den Aufbau von fettfreier Muskelmasse. Bei der Anwendung von illegalen Mitteln kann man daher grob zwischen zwei Arten unterscheiden: die zum Muskelaufbau und die zum Fettabbau. Muskelaufbau geschieht sehr oft mit Testosteron und dessen Derivaten (z.B. Trenbolon), die üblicherweise in den Körper gespritzt werden. Fettabbau wird mit Fatburnern erreicht (z.B. Clenbuterol), welche zumeist oral eingenommen werden. Alles für den vermeintlich perfekten Look und alles extrem ungesund.Die Entzugserscheinungen bei dieser Art Drogen sind vornehmlich darin begründet, dass sich nach dem Absetzen der Körper relativ schnell wieder in seinen Ausgangszustand zurückverwandelt - maximal nicht viel mehr als im Rahmen natürlicher Grenzen. Dieser Prozess wird aus eigener Sicht jedoch als eine physische Verschlechterung wahrgenommen. Die Betroffenen fallen daher anschließend normalerweise in ein psychisches Loch, weil sie sich an ihren vormals krassen Körper gewöhnt hatten. Der Trainigs-Kick bestand hauptsächlich darin, dass mit Roids so schnelle optische Erfolge erreichbar waren. Für ein drogenfreies Training hingegen kann keine entsprechende Motivation aufgebracht werden. Dadurch steigt das Abhängigkeitspotenzial nochmal deutlich an. Nicht umsonst wird in der Szene gesagt, dass es kaum ein Zurück mehr gibt, sobald man sich einmal für den "Lifestyle" entschieden hat. Viele bleiben daher einfach "dauer-on". Ein Leben als Junkie.Es stoffen übrigens weitaus mehr Leute als man denkt. Stoffen bedeutet entgegen der landläufigen Auffassung nicht automatisch dicke Muckis. Radfahrer Lance Armstrong sah schließlich auch nicht aus wie ein Bodybuilder. Bei Doping in diesen Sportarten geht es vornehmlich um die Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit.Man muss nicht selber Konsument sein, aber sich offenbar schon etwas in die anatomischen und pharmazeutischen Aspekte des Dopings einarbeiten, um sich ein qualifizierteres Urteil erlauben zu können. Erstaunlich fand ich die Erkenntnis, dass selbst Fitnesstrainer dazu aber häufig nicht in der Lage sind. Sollten sie aber, denn ein Programm für Nattys unterscheidet sich bspw. erheblich vom Trainigsplan eines Stoffers. Auch wäre es ja ganz interessant, wenn sie erkennen könnten, ob einer ihrer Kollegen zur Nadel greift.Da Stoff wie andere Drogen auch psychoaktiv wirkt, sollte es auch für das soziale Umfeld des Konsumenten wichtig sein, Bescheid zu wissen. Ich wunderte mich einige Male, dass die Partnerinnen der Pumper total ignorant dem Thema gegenüber sind. Dabei wäre es doch ganz hilfreich, sich die beziehungsgefährdenden Gemütsschwankungen ihres angetrauten Testosteronhengstes wenigstens erklären zu können.Stoffer erzielen durch die künstliche Hormonzufuhr einen üblicherweise mehrfach erhöhten Testosteronspiegel im Vergleich zu ihren gleichgeschlechtlichen Artgenossen. Massive Extraportionen Testosteron als das männliche Sexualhormon machen den Konsumenten nicht nur äußerlich stärker sondern sie wirken vor allem auch persönlichkeitsverändernd. Man fühlt sich als der King, wird dominanter, souveräner, aggressiver. Viele Frauen lieben besonders männliche Männer, also stellt sich auch in dieser Hinsicht zunächst Erfolg ein. Jedoch kommt ein solcher Substanzmissbrauch wie üblich nicht ohne heftige Nebenwirkungen, hier u.a. verkürzte Lebensdauer durch Schädigung der inneren Organe, unkontrollierbare Wutanfälle und Zeugungsunfähigkeit. Mangels Hintergrundwissen ist für die Damenwelt nur leider oft nicht klar, auf was sie sich einlässt und dass das vielleicht gerade anfänglich imponierende Verhalten des begehrten Mannes im Grunde genommen auf die Auswirkungen eines ausgedehnten Drogentrips zurückzuführen ist. Die negativen Konsequenzen der resultierenden Suchterscheinungen für das soziale Miteinander in der Familie, mit Freunden oder am Arbeitsplatz dürften denen anderer Drogen ähnlich sein.Zusammengefasst: Ich finde es in allen Lebenslagen einfach generell wichtig und sinnvoll, zwischen Natur und Fake unterscheiden zu können. Aber es gibt da noch andere Aspekte, warum der verbreitete Konsum anaboler Steroide schleunigst zu einem gesamtgesellschaftlichen Thema gemacht werden sollte..Ich selber könnte mir aus vielen Gründen prinzipiell niemals vorstellen, zu stoffen. Die Fitness- und Kraftsport-Szene ist der wohl verlogenste und geldgeilste Haufen, den man sich vorstellen kann. Beschiss und falsche Versprechungen sind die Geschäftsgrundlage für diese Zunft. Im Warenangebot unter anderem: Fitnesskurse, Seminare, Trainings- und Ernährungspläne, Nahrungsergänzungsmittel bis hin zu Penispumpen. Alles von Stoffern für großenteils Minderjährige. Geworben wird mit dem eigenen "enhanced" Body und dem impliziten Versprechen: Wenn du dies kaufst und das befolgst, kannst du so aussehen wie ich!Die meisten der Fans und Fürsprecher von Mischa "Janinject" (hehe) Janiec sind - wie bei Youtube üblich - sehr einfach manipulierbare Kinder und Jugendliche, die logischerweise wenig Ahnung haben aber aus psychischem Reflex ihr Idol verteidigen müssen. Der Heranwachsende will in dem Glauben bleiben, dass der cool lächelnde Typ, dessen Videos er schaut und dessen Produkte er kauft, ein rundum guter Mensch ist, der ihm niemals ins Gesicht lügen würde.Natürlich gibt Janiec es nicht zu. Was will man von einem Cheater erwarten, sein komplettes Geschäftsmodell baut schließlich darauf auf. Außerdem ist Erwerb und Besitz der kraftsteigernden Mittelchen ja sowieso vom Betäubungsmittelgesetz her verboten. Somit ist die ganze Talk-Geschichte hier ad absurdum geführt - das ist unendlich ärgerlich und wirklich schwer auszuhalten. Es wirft ein schlechtes Licht auf die gesamte TED-Reihe. War klar, dass die Marke irgendwann von Scharlatanen missbraucht wird.Innerhalb der eingeschworenen Szene und auch in den einschlägigen Branchenmedien hält man zum Thema Anabolika weitgehend die Füße still, weil alle mit dran verdienen. Und außerhalb wissen zu wenige Bescheid bzw. traut sich kaum jemand, die Wahrheit auszusprechen, weil jede Dopingunterstellung ja zunächst mal ohne wirkliche Beweise einer falschen Bezichtigung gleichkommt und juristisch verfolgt werden könnte. Klar, vom rechtlichen Prinzip her schon sinnvoll, aber es ist auch der größte Knackpunkt bei der ganzen Sache: außer, der Delinquent gibt es selber zu, kann man Doping nie rechtssicher behaupten - und sei der Fall auch noch so offensichtlich wie bspw. bei einem Profi-Bodybuilder. Genau diesen Sachverhalt machen sich diese Jungs (und paar Mädels) eben zunutze. Sie leugnen, was das Zeug hält. Passt ja auch zum Wesen des Cheaters. Anders als Leistungssportler kommen Fitness-Youtuber ja eher nie in die Verlegenheit, Dopingtests - zumal unangemeldet - absolvieren zu müssen. Mal abgesehen davon, dass Tests auch wiederum ausgetrickst, manipuliert oder umgangen werden können.Der Natural-Lüge sind angesichts dieser Umstände Tür und Tor geöffnet und es wird von den Beteiligten völlig unsanktioniert massenweise Geld damit verdient. Unterstützt durch die enorme Reichweite kaum kontrollierter Medien wie Youtube (Jugendschutz?) ein weltweites Millionengeschäft. Heutzutage am allerbesten noch gekoppelt mit so unschuldigen Themen wie "Vegan Lifestyle". In Verbindung mit dem Drogenkonsum der Protagonisten die vorläufige Spitze der Bigotterie.Was habt ihr für Leute bei TEDx, wird da nicht mal vorher gecheckt, wen man sich da einlädt? Ich habe noch nie so ein peinliches Hochstaplervideo gesehen. Schlimmer noch als Karl Ess, genau so ein Halunke letztens bei KenFM. Das weitere Problem mit Doping in Fitness und Kraftsport ist dann auch die mangelnde Aufklärung der Rezipienten. Man sieht, wie unerfahren und naiv Gastgeber und Publikum sind und sie sich komplett einwickeln lassen. Es reicht einfach die ungeprüfte Behauptung, man sei ein naturaler Athlet und schon bekommt man eine Bühne zur Selbstpromotion zur freien Verfügung gestellt. Es braucht definitiv flächendeckend mehr Aufklärungsarbeit bzgl. dieser Kategorie von Drogen, nicht nur um solche Fehlgriffe zu vermeiden.Es ist eine regelrechte Seuche, nahezu alle Fitness-Youtuber sind "betroffen". Ich kenne z.B. in Deutschland mit "Ako" nur einen einzigen, für den ich meine Hand ins Feuer legen würde, dass er natural ist. Ja, der ist dick! Als Gewichtheber massiger als die ganzen durchdefinierten Models und damit reichweitenschwach. Ja, er könnte abspecken, sähe aber auch dann natürlich bei weitem nicht so aus wie die typischen Steroidkonsumenten. Aber darum geht es hier auch gar nicht. Er ist ein Aufklärer, einfach grundehrlich und das ist selten im Business. Und ausgerechnet er bekommt ironischerweise oft den ganzen Hate und sämtliche Shitstorms der breiten Masse ab, wird verleumdet und lächerlich gemacht.Der Kanadier "Vegan Gains" ist noch so einer, der vor allem mit seiner Reihe "Worst of the Fitness Industry" gnadenlos die Heuchler entlarvt. Nur leider sammelt er durch seine Eigenschaft als Hardcore-Veganer eine unglaubliche Anzahl von Dislikes, besonders in seinen früheren Videos.Ich lerne: Fame und Ehre sind in einer von Geldinteressen durchsetzten Branche zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Der Überbringer der Wahrheit als schlechte Botschaft für das getäuschte Publikum wird wahlweise ignoriert oder abgewertet. Ein Trauerspiel und Armutszeugnis für die gesamte verkommene Szene.Das sehr junge Publikum ist an das anabole Körperbild ihrer Muskelhelden inzwischen komplett gewöhnt, sie halten es für normal. Die Produkte, die ihre Vorbilder ihnen anpreisen, verkaufen sich vor allem durch die physische Medienwirksamkeit gestählter Bodies. Ein gut trainierter naturaler Körper ist in diesem Umfeld allerdings weitaus weniger spektakulär anzuschauen und wird in der Szene teilweise als "Lauch" und sogar "behindert" ausgelacht. Oh the irony: Der natürliche Körperbau ist behindert, das Unnatürliche wird zum Standard erhoben. Abgesehen von der dadurch massiv incentivierten Nachfrage nach verbotenen Dopingsubstanzen: eine bessere Grundlage für Körperbildstörungen bei Jugendlichen gibt es ja wohl nicht. Man darf vermuten, dass dies erhebliche Folgen für einen Teil der nachwachsenden Generation verursachen wird. Und zwar vor allem für die Jungs, die sich so begeistert diese falschen Vorbilder suchen, die sie niemals ohne das Spritzen von Anabolika erreichen werden können. Während sich die Öffentlichkeit immer noch an der Schädlichkeit von Germany's Next Topmodel für junge Frauen abarbeitet, spielt die Musik längst auch ganz woanders. Mädchen haben Barbie - Jungs haben He-Man.Zum Realitätsabgleich und um zu sehen, was und wie vergleichsweise wenig auf natürlichem Weg optisch möglich ist, empfiehlt sich der Blick auf die Elite der wirklichen (dopingfreien) Hochleistungssportler, die den ganzen Tag nichts anderes machen als ihren Körper zu trainieren. Dabei ist ersichtlich, dass Weltmeister und Olympiasieger - in welcher Sportart auch immer! - weder so massiv aussehen wie aufgeplusterte McFit-Discopumper à la Kollegah & Farid Bang noch an die Kombination aus Muskeln und Definition eines gewöhnlichen Fitness-Youtubers heranreichen, komisch nicht?Zu guter Letzt seien auch die Filmstars nicht unerwähnt, von denen viele auf Stoff sind. Wie Arnold Schwarzenegger als fragwürdiger Pionier vermitteln heute Schauspieler der Marke The Rock ein völlig abstruses Körperideal an eine ganze Generation von männlichen Jugendlichen. Aber das ist eh nur die Spitze des Eisbergs. Denn die Branche hat gelernt und passt sich an: Das anabole Pumper-Image der klassischen Action-Heroes wird zunehmend abgelöst durch ein im Vergleich etwas schlankeres, extrem athletisches Erscheinungsbild, bei dem die Zielgruppe davon ausgehen soll, dass dieses mit den richtigen Fitnessprodukten auch ohne Hinzunahme von illegalen Substanzen "ganz easy" so zu erreichen wäre. Die Illusion muss um jeden Preis aufrecht erhalten werden, denn sie ist gut fürs Geschäft.Alles in allem ein völlig unterbewertetes, aber in vielerlei Hinsicht gesellschaftlich relevantes Thema.

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