Random Articles

Lokale Werbung im Internet by Splitney

...

Thursday 30 September 2010 - Printmedien sind die längste Zeit Ausstellungsfläc

Dreister Umgang mit Online-Inhalten by Splitney

...

Wednesday 13 January 2010 - 15.01.2007 - Vor ein paar Jahren meine Kritik zum

Geld verdienen im Netz by Splitney

...

Monday 25 January 2010 - 15.04.2007 - Ein Thema, welches mich als Website-B

Verantwortungslosigkeit der IVW für den Online-Werbemarkt by Splitney

...

Friday 12 February 2010 - 13.12.2007 - Hmm.. die Jungs von der IVW hatte ich

Qualität und Werbefinanzierung bei Fernsehproduktionen by Splitney

...

Tuesday 03 August 2010 - Wenn man behauptet, das deutsche Fernsehen sei sel

Tuesday 10 August 2010 - 03:15 by Splitney

Kennst du Sevenload? Klar, die Marke wird ja nun schon seit geraumer Zeit quer durch die Medien geprügelt. Ich selbst kann mich nicht daran entsinnen, selbst jemals schon aus eigenem Antrieb Besucher der Plattform bzw. Konsument ihres Contents gewesen zu sein. Warum auch, wenn ich Videos suche, finde ich alles was ich brauche in den allermeisten Fällen bei der mit Abstand meistgenutzten Anlaufstelle Youtube. Alle anderen Anbieter, insbesondere die deutschen wie Myvideo und Sevenload, müssen sich hinten anstellen.Wie auch immer, im Netz stolpert man gerne mal über die Personalie Ibrahim Evsan, seines Zeichens "Founder of Sevenload". Als Berufsbezeichnung macht das ja oberflächlich betrachtet zunächst schon mal Eindruck. Er war als "Denker und Lenker" für die technische Gestaltung der Plattform eingesetzt. Dafür bekam er Preise. Inzwischen ist er abgetreten, schrieb ein Buch, betätigt sich als Berater und ist Mitglied bei irgendwelchen branchennahen Institutionen. Bestimmt ist er ein netter Kerl mit einigen interessanten Ansichten. So weit, so gut.Doch was steckt unternehmerisch dahinter? Man lässt sich immer so von einer Firmenmarke blenden, aber fragt nicht nach. Um festzustellen, welche Substanz hinter der Fassade vorhanden ist, sollte man erstmal wissen, was es denn mit dem Geschäftsmodell Sevenload auf sich hat. Die Firma gibt es ja nun schon seit ein paar Jahren, sie war seinerzeit außerordentlich erfolgreich beim Einsammeln von Venture Capital und man sollte ja dann inzwischen auch mal wissen, wo die Reise hingeht. Was ist draus geworden, sind sie inzwischen profitabel?Nun, das Geschäftsmodell lautet - so langweilig wie üblich - Werbefinanzierung und Paid Content. Immer die gleiche Leier. Da schwant einem schon Übles, denn es gibt so gut wie keine Firma in der Branche, die damit Geld verdienen würde. Die Jahresabschlüsse zeigen dann auch auf, dass der Laden bisher nicht nur mit einer enormen Burnrate das Kapital seiner Investoren verplempert, nein schlimmer: es werden zudem noch Jahr für Jahr steigende operative Verluste angehäuft. Für das Geschäftsjahr 2007 steht da ein Jahresfehlbetrag von über 2,3 Millionen Euro und für 2008 von fast 7,5 Millionen Euro. Das sind - ab von dem ganzen Bullshit-Talk drumherum - die ausschlaggebenden nackten Zahlen. Ich denke, sie sprechen für sich.Geschäftsführer Axel Schmiegelow bemüht sich mit PR-lastigem Unternehmersprech um Schadensbegrenzung, aber redet sich angesichts der harten Fakten letztendlich doch nur um Kopf und Kragen. Angesichts der starken Verwerfungen zwischen Aussenansicht und inneren Vorgängen bei all diesen mit massiven Zuschüssen hochgepeppelten und über Jahre künstlich am Leben gehaltenen Web2.0-Startup-Klitschen, treibt mich insbesondere eine Frage seit langem umher: Was ist unternehmerischer Erfolg?Ist Erfolg eine zutiefst individuelle Sache, also das rein persönliche Glück und wirtschaftliche Wohlergehen der unternehmerisch Verantwortlichen? Erwartungen zu schüren, Investorengelder einzusammeln, dann rechtzeitig aus einer Unternehmung auszuscheiden und sich fortan mit dem Titel "Founder" der allseits bekannten Marke zu schmücken? Den vergoldeten persönlichen Exit zum optimalen Zeitpunkt zu schaffen, gleichzeitig aber den Erfolgsnachweis des vielgepriesenen Geschäftsmodells anderen zu überlassen? Sich auf diese Art und Weise schadlos aus der Affäre zu ziehen und im Nachhinein beratende, wohlwissende Sprüche klopfen zu können? Schließlich hat man sich durch den pfiffigen Abgang ja nichts vorzuwerfen, nicht wahr.Oder ist Erfolg das Einsteigen und Eingesetztwerden nach der Gründung zu einem Zeitpunkt wo ein Unternehmertyp gefragt ist, der den Kahn durch die wilden Gewässer des Webbusiness manövriert? Immer ein gutes, wärmendes Wort für Investoren und Öffentlichkeit parat. PR-technisch begabt und ansonsten nur Verwalter der Finanzierungsmaßnahmen, die mit großen Hoffnungen und Erwartungen in das Unternehmen fließen. Dabei mit ordentlichem festen Gehalt aus dem Subventionstopf, kaum Risiken und persönliche Verantwortung. Wenns schief geht, egal, dann waren halt der Markt oder die Kunden schuld. Ein Leben von der Kapitalspritze. Das wäre die Rolle eines Geschäftsführers, der von außen "eingesetzt" wird.Oder ist unternehmerischer Erfolg nicht was ganz anderes? Bekannte guckten mich damals schief an, als ich erzählte, dass ich Full-Time einen Partyguide im Netz betreibe. Klar, beim Besuch der Website konnte der Eindruck der Lächerlichkeit durchaus entstehen: "Was, mit den paar Webseiten, wie soll das denn gehen, mach lieber was Vernünftiges." Nun ja.. ich verdiente in dieser Zeit bis zu 4000 Euro im Monat aus Werbeeinnahmen. Mit harter Arbeit, im stillen Kämmerchen, ganz ohne marktschreierisches Auftreten nach außen (was ein Fehler gewesen sein könnte). Das Ganze ohne einen Cent Venture Capital und ohne irgendwelche Millioneninvestitionen amortisieren zu müssen.Wenn es auch selbstbeweihräuchernd klingt, aber im Nachhinein betrachtet komme ich angesichts der vielen Blender immer mehr zu der Einschätzung, dass das damals ein unternehmerischer Erfolg war. Im Gegensatz zu den meisten anderen habe ich es immerhin geschafft, statt große Sprüche zu klopfen mit einer Unternehmung wirklich profitabel zu sein. Wenn auch nur als Ein-Mann-Betrieb mit all den Schwächen und Defiziten und auch leider nur für ein paar Jahre. Das ist halt unternehmerisches Risiko. Aber egal ob im großen oder kleinen Stil, alleine das Ziel zu erreichen, profitabel zu sein, ist entscheidend. Bei einer Anschubfinanzierung durch Fremdkapital reicht dies freilich noch nicht. Die Investitionen müssen ja auch wieder eingespielt werden, um wirklich gewinnbringend zu operieren. Jeder, der das schafft, hat meinen allergrößen Respekt. Ob man dazu keinen oder 30 Mitarbeiter benötigt, liegt an der Größenordnung des Vorhabens, ist als solches aber nur insofern relevant, als dass letzteres natürlich wohlfahrtstechnisch höher anzurechnen ist, weil man es dann auch noch geschafft hat, einige Leute zusätzlich in Lohn und Brot zu bringen.Das schaffen Firmen wie Sevenload zwar auch, doch zu welchem Preis? Erstens klappt es von vornherein immer nur für eine begrenzte Zeit, denn spätestens wenn die Kapitalgeber ihr Geld wiedersehen wollen, ist Sense. Man kann logischerweise nicht auf Jahre hinaus unwirtschaftlich arbeiten, zumal ohne wirkliche Perspektive - irgendwer ist immer der Dumme und zahlt die Zeche. Das ganze Konzept ist natürlich nicht nachhaltig, denn letzten Endes lebt das gesponserte Unternehmen auf Kosten anderer Leute und verzerrt zudem noch die Wettbewerbsstruktur am Markt - nochmal ein ganz eigener Sachverhalt, dem viel zu wenig Beachtung geschenkt wird.
Lieber gar nichts tun, als Kapital in dieser Größenordnung zu verbrennen, könnte man meinen. Wie viele Menschen könnte man allein mit diesen Investorenmillionen ein Leben lang durchfüttern?Ehrlich, abgesehen von gewiss vorhandenen Teilerfolgen: No respect für Evsan und Co. Wer den harten Profitabilitätsnachweis schuldig bleibt, ist in meinen Augen kein erfolgreicher Unternehmer, fertig aus. Zudem finde ich es eher frech, wenn diese Leute dann im Nachhinein auch noch mit ihrer unternehmerischen Minderleistung hausieren gehen und meinen, der Menschheit erklären zu müssen, wie man es richtig macht.Aber vielleicht sehe ich das auch alles falsch und es geht im Berufsleben einfach nur darum, seine Schäfchen irgendwie ins Trockene zu bekommen, sich von der Öffentlichkeit oder irgendwelchen Gönnern bezahlen zu lassen und letzten Endes auf Kosten der Allgemeinheit seine Pöstchen zu besetzen. Wenn man nicht wüsste, dass eine Volkswirtschaft, in der keine Mehrwerte erzielt werden, auf Dauer nicht lebensfähig ist.

comment

Write a Comment

name

email (not displayed)

website (not required)

0.01 sec • © Coriola.com