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An Menschen, die sich gerade neu im Web einbringen, z.B. durch ein eigenes Blog, sieht man oftmals sehr gut die völlig überzogenen Erwartungen, die diese an die Resonanz auf ihre Tätigkeit haben. Da wird davon ausgegangen, dass die Menschheit nur darauf gewartet hat, dass man selbst etwas im Internet über sich oder Gott und die Welt schreibt. Tausende Besucher werden natürlich auf die neu geschaffene Webpräsenz strömen - die haben ja auch sonst mangels thematischen Alternativen nichts besseres zu tun.. Es wird sich allen Ernstes gewundert, dass die Leute einem nicht von Anfang an die Bude einrennen.Naja und dann muss sich jeder zwangsläufig mal schnell dem erforderlichen Realitäts-Check unterziehen und feststellen, dass das mit dem Publikum im Netz gar kein Selbstläufer ist, sondern man aufgrund der statistischen Gegebenheiten froh sein kann, wenn einen überhaupt jemand findet. Und so bleibt es dann bei einer Handvoll zumeist auch noch zufälliger täglicher Besucher, die sich mangels Masse und Interesse natürlich nicht an der angebotenen Konversation beteiligen und sich auch nicht durch Drücken des Flattr-Buttons oder Klicken auf einen Werbebanner bemerkbar machen. Denn Fakt ist leider: An der Gesamtheit der Websurfer gemessen liest kaum jemand Blogs. Und die wenigen, die es tun, haben die Auswahl zwischen unzähligen Informations- und Unterhaltungsangeboten und konzentrieren sich im Wesentlichen auf die dicken Fische. Den Boden der Tatsachen nennt man diese Erkenntnis dann wohl.Ganz ähnlich verhält es sich denn auch bei der gestörten Selbstwahrnehmung als Usergruppe von sozialen Netzwerken. Längst nicht jeder ist auf Facebook. Wenn man nicht gerade Twen oder jünger ist, kann man mit Erstaunen feststellen, dass da eher eine Minderheit an Gleichaltrigen, z.B. ehemaligen Klassenkameraden wirklich aktiv ist. Das schiefe Bild entsteht hier durchs Mitmachen: Hält man sich innerhalb der eingeschworenen Community auf, so bekommt man leicht einen falschen Eindruck von der Zahl und der Außenwirkung der Teilnehmer. Thematisch heißt das dann unter anderem: Der Party-Spaßmob lässt sich vielleicht noch ganz vortrefflich viral organisieren - beim online verbreiteten Aufruf, z.B. bei wichtigen politischen Dingen doch mal den Computer auszuschalten und auf die Straße zu gehen, sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Die reale Aktivierung von Onlinemenschen gestaltet sich mitunter als sehr mühsam. Auch die zahlenmäßige Bedeutung der eigenen Spezies in Relation zur Gesamtbevölkerung wird vollkommen übertrieben eingeschätzt. Man denke nur an die regelmäßigen Topergebnisse, die die Piratenpartei in Online-Umfragen erzielt. Und das bislang dann doch sehr klägliche Abschneiden bei realen Wahlen.Extremer ist das alles bei Twitter zu beobachten. Im Mikrokosmos der Twitter-Aktivisten lässt sich durchaus ein gewisser Realitätsverlust beobachten. Nicht nur die Anzahl der Gleichgesinnten wird angesichts des kuscheligen Gemeinschaftsgefühls eines sozialen Netzwerks massiv überschätzt. Sondern damit einhergehend auch die gefühlte Relevanz als gesellschaftliche Gruppe. Als ob man irgendwas zu melden hätte oder der Senf, den man auch noch dazu geben muss, irgendwen da draußen interessieren würde.Sorry, der Zahn muss den Fanboys dann schon gezogen werden: Laut der neuen ARD/ZDF-Onlinestudie nutzen weniger als ein Prozent der Bevölkerung regelmäßig Twitter, wohingegen es 98% komplett am Allerwertesten vorbeigeht. So ist Twitter trotz gegenteiliger Behauptungen der Intensivnutzer ganz bestimmt kein relevantes Medium, genausowenig wie seine euphorischen User gesellschaftlich irgendwie wichtiger und deren Artikulation nach außen halbwegs vernehmbar wären. It's just a lot of noise.

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