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Friday 02 July 2010 - 02:59:44 by Splitney

Die ersten validen Statistiken von deutschen Bloggern sind draußen. Qualitativ stellt sich heraus, dass eher Meinung als Recherche gefragt ist. Rotzige Selbstbekenntnisse werden also häufiger mit Flattr-Spenden bedacht als aufwändige Artikel. Quantitativ zeigt sich, dass eine handvoll bekannter Blogs mit hohen Trafficzahlen erwartungsgemäß die höchsten Einnahmen aufweisen - zusammen mit Angeboten wie der Online-Ausgabe der TAZ.Spontan kam mir der Vergleich mit den damaligen Adsense-Einnahmen in den Sinn. Nach dem offiziellen Start meiner Website "Dancefloorguide" 2003 gehörte ich Anfang 2004 mit zu den ersten, die die Google-Textanzeigen integrierten. Anfangs herrschte noch ein Nachfrageüberschuss nach Werbefläche, d.h. es gab ausreichend viele Werbetreibende, die bereits in Adsense-Anzeigen investierten. Gleichzeitig wurde der Partyguide aufgrund zunächst überschaubarer Konkurrentenanzahl auch über Google recht schnell bekannt. Die Einnahmen stiegen stetig mit der Beliebtheit des Angebots: in der Hochphase um 2005 kamen bei einem Traffic von 200.000 Unique Visitors einige tausend Euro monatlich zusammen. Im Vergleich zu den ganzen anderen Werbeprogrammen, besonders den halbseidenen Affiliate-Netzwerken ein absoluter Quantensprung in Sachen "Geld verdienen im Netz". Es war schier unglaublich, Adsense stellte sich sehr schnell als die weit und breit einzige ernstzunehmende Einnahmequelle für Webangebote dieser Art heraus und stellte alle anderen Möglichkeiten vollkommen in den Schatten. Im späteren Verlauf sättigte sich der Markt für Werbeflächen, da immer mehr Konkurrenten Einzug hielten und gleichzeitig immer mehr von diesen auch Adsense auf ihren Seiten integrierten. Da sich die Erfolgsmeldungen natürlich verbreiteten, es seitens Google kaum Aufnahmebeschränkungen gab und das Werbenetzwerk zum Teil bis heute bei vielen Webseitenbetreibern weitgehend alternativlos blieb, wimmelte es mit der Zeit von Adsense-Werbeblöcken im Netz. Über einige Jahre hinweg konnte ich allerdings die Marktstellung behaupten, so dass allein aufgrund des Traffics bis ca. 2008 nicht mehr die ganz großen, aber weiterhin sehr ordentliche Einnahmen zu verzeichnen waren.Der Vergleich mit Flattr drängt sich geradezu auf, da ja nur alle Jubeljahre mal ein Dienst so disruptiv ist, dass er imstande ist, die Finanzierungsaussichten von Webangeboten entscheidend zum Positiven zu verändern. Das was wir im Moment erleben, ist aus der Anfangsphase von Adsense bekannt. Um einnahmenseitig vorne mit dabei zu sein, muss das Webangebot fast zwingend bereits jetzt aussichtsreich am Markt positioniert, sprich: bekannt und gut besucht sein. Selbst das reicht nicht immer, denn einige Blogs klagen inzwischen trotz guter Besucherzahlen über marginale Flattr-Zuwendungen. Alle anderen als die A-Blogger scheiden hier erstmal aus dem Rennen um nennenswerte Erträge aus, sie freuen sich über Spendenaufkommen von weit unter 100 Euro im Monat. Etliche Publisher wird das bei dem ganzen Hype wahrscheinlich desillusionieren, aber wenn man die typischerweise sehr ungleiche Verteilung von Aufmerksamkeit unter den Webangeboten betrachtet, dürfte es keinen wirklich wundern.Die spannende Frage ist natürlich: Wie wird sich die Einnahmensituation entwickeln? Nach meiner Erfahrung mit Adsense rechne ich schon damit, dass sich die Erträge bei den relevanten Blogs noch um einiges steigern werden. Zum einen, weil Flattr erst in den Kinderschuhen steckt und viele Spender noch hinzukommen werden, wenn der Dienst erstmal aus der Beta-Phase heraus ist. Vorausgesetzt natürlich, das Management erlaubt sich keine groben Schnitzer und die Nutzer bleiben loyal. Die neuen User werden nun logischerweise aber auch in erster Linie bei den bekannteren Blogs spenden, so dass hier ein gewisser Konzentrationsprozess stattfinden und die Schere zwischen Gut- und Minderverdienern immer größer wird. Hinzu kommt, dass Blogger nun aufgrund ihrer Erfahrungswerte aus dem Datenbestand ihre Einnahmen optimieren können. In puncto redaktioneller Qualität ist das sicherlich weniger wünschenswert, aber die Option besteht und wenn man immer nach dem Geschmack der meisten Nutzer schreibt, werden sich nur wenige - wenn vielleicht auch lauthals - beschweren.Der andere Trend ist genau entgegengesetzt. Da nun bekannt ist, wie viel es jetzt schon potenziell zu verdienen gibt, werden natürlich noch viel mehr Blogs auf den Zug aufspringen und den Flattr-Button bei sich integrieren. Der Informationsstand ist aufgrund gegenseitiger Vernetzung heutzutage nicht mehr mit dem aus der Anfangszeit von Adsense zu vergleichen. Man tauscht sich bereits jetzt schon viel intensiver über die Möglichkeiten und Bedingungen aus, mit Flattr erfolgreich zu sein. Es kann sogar zu einem ähnlichen Phänomen kommen, wie wir es auch schon bei den verhassten MFA-Websites (Made for Adsense) haben, die mit wenig bis gar keinem eigenen Content maximale Werbeerlöse herauspressen wollen. Nämlich in abgewandelter Form, dass spezielle, z.B. populistisch daherkommende Artikel sozusagen nur für das möglichst reflexhafte Triggern des Flattr-Buttons eingestellt werden - "MFF" (Made for Flattr).Wie dem auch sei, bleibt ein Blog klein, so wird es nur beschränkten monetären Erfolg haben. Aggregiert über sämtliche Teilnehmer ist im späteren Verlauf mit tendenziell sinkenden Einnahmen für alle zu rechnen, da zu erwarten ist, dass die Zahl der Geldgeber nicht mit der Zahl der potenziellen Geldempfänger mithält. Der Kuchen wächst nicht in dem Maße wie die Zahl der hungrigen Mäuler, auf die er verteilt wird. Bis dieser Effekt allgemein spürbar wird, können aber noch Monate oder gar Jahre vergehen. Unterdessen könnten einige wenige, die die Leuchtturmfunktion im Dickicht des Netzwirrwarrs innehaben, durchaus erheblich profitieren, während der Großteil Peanuts bekommt. So ist es auch bei Adsense.Ob man selber nennenswerten Erfolg mit Flattr hat, kommt auf den Versuch an, entscheidet sich im Grunde genommen aber schon beim Blick auf die eigene Besucherstatistik.

2 comments

#1 - Splitney

Wednesday 07 July 2010 - 02:10:04

Nur zur Klarstellung: Flattr und Adsense lassen sich natürlich nur als Einnahmemöglichkeit für Publisher vergleichen - keinesfalls aber von ihrem Sinn und Zweck her. Es sind zwei grundverschiedene Dienste mit unterschiedlichem Anwendungsgebiet.Adsense ist ein Werbeprogramm: Der User klickt hier idealerweise, wenn ihn eine Werbeanzeige interessiert. Dieses wird am ehesten dadurch bewerkstelligt, dass die Werbebotschaft kontextuell zum Thema der Webseite passt. Google versucht dies durch Keywords herauszulesen, die im Text zu finden sind und blendet dazu passende Werbeanzeigen ein. Mittlerweile werden auch Surfgewohnheiten und frühere Produktrecherchen des Users hinzugezogen (sog. Behavioral Targeting).Versucht man als Leser Adsense als eine Art Spendenbutton zu mißbrauchen, so erweist man dem jeweiligen Blogger einen Bärendienst. Google trackt nämlich unter anderem, wie viele Klicks zu Leads bzw. Sales führen. Ist dies zu selten der Fall, verdient der Blogger entsprechend weniger pro Klick. Dieses Verfahren nennt sich Smart Pricing. Was auch sinnvoll ist, denn wenn das Budget der Werbetreibenden überwiegend durch für sie unbrauchbare Klicks aufgezehrt wird, werden diese von Adsense Abstand nehmen und das gesamte Programm wäre infrage gestellt. Aus dem selben Grund ist auch der Aufruf zum "Spenden" via Klicks auf Adsense per TOS untersagt. Publisher, die sich nicht daran halten, werden über kurz oder lang aus dem Programm ausgeschlossen.

Tuesday 07 June 2011 - 15:50:30

Kleines Update: Da war ich wohl damals trotzdem noch zu optimistisch und hab mich vom Hype beeinflussen lassen. Sonst gar nicht so meine Art. Inzwischen hat sich bestätigt, dass Flattr ein Rohrkrepierer ist. Und dass Aussagen wie "der Dienst steckt ja noch in den Kinderschuhen" und "warten wir mal ab" eigentlich immer als Bullshit-Talk entlarvt werden. Die Mechanismen sind ganz richtig beschrieben, den Impact habe ich jedoch sogar noch überschätzt.Die Teilnehmer schmoren im eigenen Saft, selbst die bekannteren Autoren verdienen so gut wie nix und eine Nutzerschaft über die kleine einschlägige Szene hinaus konnte nicht erschlossen werden. Naja, welche bzw. wie viele Leute nehmen schon an einem (solchen) freiwilligen Bezahlsystem für (solche) Webinhalte teil.. Also fail.

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