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Saturday 17 July 2010 - 02:24 by Splitney

Kritikern des Unternehmens wird gerne nachgesagt, sie hätten ein ungebührliches Anspruchsdenken und wollten ja nur ein Recht für sich manifestieren, im Suchindex oben zu stehen. Als ob Google ihnen etwas schulde. Google könne als privates Unternehmen machen, was es wolle und überhaupt, man sei ja nicht gezwungen, diese Suchmaschine zu benutzen, es gebe doch Alternativen.Kennzeichen eines Monopols ist nicht unbedingt der Marktanteil in seiner Branche - obwohl der in manchen Ländern weit über 90 Prozent bei den Suchanfragen beträgt. Es geht zuvorderst um die Auswirkungen und den eventuellen Mißbrauch der Marktmacht. Und da gibt es gleich mehrere deutliche Hinweise.In einigen Fällen wird schon für jedermann offenbar, dass Google in seinen Suchmaschinenresultaten seine eigenen Angebote prominent platziert und damit andere Dienste, die mindestens in einigen Ländern zunächst beliebter oder bekannter waren, degradiert. Z.B. beim Kartendienst Maps, der Produktsuche oder bei diversen kleinen Umrechnungstools. Es gibt auch gewisse Kooperationen, unter anderem mit Bewertungsplattformen. Zudem wollen manche Beobachter schon festgestellt haben, dass Internet-Shops, die das Google-eigene Bezahlsystem Checkout benutzen, auffällig häufig vordere Platzierungen erreichen. Inzwischen will man Schritt für Schritt andere Branchen erobern, hier zu nennen die neuesten Bestrebungen, einen eigenen Service für Flugtickets zu etablieren.Es kann mittlerweile nicht mehr die Rede davon sein, der Algorithmus liefere jederzeit die passendsten Ergebnisse in einer unabhängigen Rangfolge. Vielmehr pusht Google gezielt seine eigenen Angebote, mit denen es in verschiedene Bereiche eindringen will. Vormals effiziente Märkte werden auf diese Weise systematisch durch die quersubventionierten Google-Dienste zerstört. Denn man darf nicht vergessen, Google ist nach wie vor ein One Trick Pony. Der allergrößte Teil des Umsatzes resultiert aus dem Adwords- bzw. Adsense-Programm.Nun kann man sich fragen, wenn diese Praxis mittlerweile so alltäglich ist, wer garantiert, dass die sonstigen, natürlichen Ergebnisse nicht auch auf die ein oder andere Art manipuliert werden? Es bietet sich doch geradezu an, hier und da weiter an den Platzierungen zu feilen. Woher kommt eigentlich dieses blinde Vertrauen der Nutzer und Medien in die Aussagen der PR-Abteilung, der Algorithmus sei unabhängig und liefere stets die "besten" Resultate? Wo doch immer ein Mensch hinter der Programmierung steht und hier doch verständlicherweise eigene Geschäftsinteressen verfolgt werden müssen.Natürlich können die User jederzeit den Suchmaschinenanbieter wechseln. Tun sie aber nicht. Face the facts. Auch bei Microsofts Betriebssystemen konnten die User frei entscheiden, welchen Browser sie benutzen wollten. Oder etwa doch nicht? Microsoft bekam erhebliche Probleme wegen der Koppelung der hauseigenen Produkte, musste schließlich seine Tools entbündeln und empfindliche Geldstrafen bezahlen.Hier sind wir an einem weiteren Punkt: Verzahnung von Suchmaschine und Werbeplattform. Manch ein Website-Betreiber hat den Double Whammy schon erlebt. Das Businessmodell: Traffic durch Google, Monetarisierung durch Adsense-Einnahmen. Das Schicksal: Google-Platzierung wird erschüttert, Traffic bleibt aus, Adsense-Einnahmen im Keller, Ende Gelände. Natürlich sollte man seine wirtschaftliche Existenz als Selbstständiger nicht von einer einzigen Firma abhängig machen, aber mal ehrlich: Das sollte man mal den unzähligen Millionären erzählen, die alles auf eine Google-Karte gesetzt haben.Andererseits bleibt vielen bei ihrer Tätigkeit im Netz kaum etwas anderes übrig, denn Diversifizieren fällt schwer bei 90 Prozent Marktanteil des Giganten. Google ist nach wie vor das Eintrittstor zur Online-Welt. Dort werden Webangebote gefunden, Könige und Verlierer gemacht. Man kann sich dem Treiben sowohl bei der Promotion als auch bei der Vermarktung der eigenen Website nur schwer entziehen. Wie denn auch, denn wenn man statt über die Suchmaschine alternativ über (Text-)Werbung geht, klopft man schon wieder bei den Jungs aus Mountain View an. In puncto "gefunden werden" gibt es kaum ein Entkommen, Google gibt die Spielregeln vor und alle müssen sich darauf einstellen. Optimierung der eigenen Webpräsenz heißt Optimierung für die Suchmaschine.Gerade dort ist das größte Problem zu sehen. Die marktbeherrschende Stellung bei den Suchanbietern und gleichzeitig die marktbeherrschende Stellung bei den Werbeanzeigen. Auch hier gibt es enorme Anreize für Google, an den Schrauben zu drehen. Wirst du nicht (mehr) gefunden, investiere in Adwords. Herunterstufung des Kunden im Suchindex = Werbeeinnahmen für Google gehen hoch. Sie wären fast dumm, wenn sie hier nicht zum eigenen Vorteil eingreifen würden. Es drängt sich geradezu auf, denn die jeweiligen Statistiken sind ja reichlich im Haus vorhanden - auch dank Analytics, einem weiteren an der Webmasterfront gern genutzten Tool made by Google.Dass sie ihrem eigenen Credo "Don't be evil" auch durchaus widersprechen können, haben mittlerweile schon diverse Prozesse, Beschwerden und Untersuchungen gezeigt. Zu nennen hier z.B. das rechtlich mehr als fragwürdige Verhältnis zum Thema Copyright bei Youtube, ähnliche Auseinandersetzungen betreffend Google Books und zuletzt die Datenschutz-Querelen beim Kommunikationstool Google Wave sowie beim Kartendienst Street View. Will heißen: Google ist nicht zu trauen. Sie schaffen mit ihrem enormen Einfluss Fakten und können ihr Business auch dank ungeklärter multinationaler Rechtslage weiter vorantreiben.Vieles ist offensichtlich, vieles geschieht aber hinter verschlossenen Türen und in der Black Box. Gerade deshalb muss von behördlicher Seite Einsicht genommen werden. Das darf auf keinen Fall heißen, dass irgendwelche staatlichen Stellen Zugriff auf die Secret Sauce erhalten sollten, Daten abschnüffeln oder gar den Suchindex kontrollieren können. Gott bewahre, das wird böse in einer regierungsgenehmen Zensur enden. In manchen Ländern ist leider die dahingehende Kooperationsbereitschaft seitens Google - teils durch Zwang, Teils durch wirtschaftliche Interessen - schon stark ausgeprägt, auch und gerade in den USA.Nein, was wir brauchen ist eine wettbewerbsrechtliche Kontrollinstanz. Ein wichtiger Schritt wäre meines Erachtens die Zerschlagung der Bereiche Suche und Werbung in unabhängige Einheiten. Außerdem die Aufsicht über das unfaire Geschäftsgebaren bezüglich der Eroberung von fremden Nischen. Damit wird den anderen Wettbewerbern zusehends die Luft abgedreht, es bleibt kein Spielraum. Hier gibt es in nächster Zeit Regulierungsbedarf, denn Google tendiert stark dazu, sich zusehends alle möglichen Marktbereiche einzuverleiben, die mit ihrer Kernkompetenz so gar nichts mehr zu tun haben.Es gibt Antikartellgesetze aus gutem Grund. Es geht nicht um staatliche Bevormundung oder Kontrolle. Es geht um das Anwenden von geltenden Bestimmungen, um Wettbewerbsverzerrung und Mißbrauch von Marktmacht zu bekämpfen. In unser aller Interesse.

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