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Monday 03 May 2010 - 21:19 by Splitney

Printverlage haben ein Problem: Es werden immer weniger Zeitungen gekauft. Die Leser sterben weg oder wandern ins Internet ab, welches zur Informationsvermittlung einfach wesentlich besser geeignet ist.Gerade von Seiten der betroffenen Journalisten wird gerne angeführt, dass sich die Mitarbeiter in Redaktionen, vor allem aber die freiberuflich Tätigen, innerlich immer weiter von ihrem Auftraggeber distanzieren, weil die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung immer schlechter werden. Es finde bereits ein sog. "Brain Drain" statt, also die Abwanderung der besten Köpfe (wohin, wird irgendwie nicht zufriedenstellend erklärt). Die Verlage seien also mithin selber Schuld an ihrer misslichen Lage, denn dort, wo aufgrund von Einsparungen keine Qualität mehr produziert werden könne, seien natürlich die Leser nicht mehr gewillt, Geld zu bezahlen.Das ist eine gewissermaßen gewerkschaftliche Logik, die die Realität zwar ganz treffend zu beschreiben vermag, aber ziemlich am Kern des Problems vorbeigeht. Denn damit du auch weiterhin in Lohn und Brot bei einem Arbeitgeber stehst, versetze dich am besten in seine Lage und überdenke seine Optionen. Hilf ihm dabei, dich weiterbeschäftigen zu können. Jaja, für manch einen ist eine solche Betrachtungsweise bereits unerhört, aber unter ökonomischen Gesichtspunkten alles andere als abwegig. Gleichzeitig könnte man sich so vielleicht gerade noch rechtzeitig das unternehmerische Rüstzeug zulegen, das benötigt wird, falls es dann doch irgendwann auf eigene Faust weitergehen muss.Zunächst einmal: Kein Verlag auf der Welt wird angesichts der wirtschaftlichen Drucksituation mehr Geld für die Mitarbeiter bezahlen, als er muss. Die Zeiten der Annehmlichkeiten und Zulagen dürften endgültig vorbei sein. Und solange Menschen gewillt sind, sich unter Wert in den immer noch als hip geltenden "Was-mit-Medien"-Jobs zu verdingen, sollte sich doch der Unmut gerade auf diese Leute konzentrieren. Ändern würde das allerdings wenig. Wer bei dieser Ausbeutung - vollkommen zu Recht - nicht mitmachen will, der muss sich eben einen uncooleren Job suchen oder sonstwie eigene Wege gehen. Aber flennen hilft nicht weiter.Zum anderen: Als Verlagsführung muss ich mir überlegen, ob es großen Sinn macht, jetzt wie vielerorts gefordert so richtig zu investieren und mit gut bezahltem Qualitätsjournalismus weiterhin tote Bäume zu bedrucken. Denn eins muss klar sein: Der Untergang des Mediums Papier ließe sich dadurch höchstens hinauszögern. Soll ich also für eine im freien Fall ohne jegliche Aussicht auf eine zukünftige Trendwende befindliche Branche noch einmal großspurig Geld in die Hand nehmen? Oder ist das nicht doch eine betriebswirtschaftlich irrsinnige Verschwendung von Investitionsmitteln, die überall anders besser angelegt wären?Es gibt ein profitmaximierendes Optimum zwischen Aufwand und Ertrag, zwischen Qualität und Auflage. Mit jedem Euro, der jetzt noch zusätzlich in Print investiert wird, steigt der Return nicht in gleichem Maße. Ganz einfach, weil die Leser mitsamt den Werbekunden so oder so abwandern. Neue und vor allem junge Leser sind mit einer Zeitung gar nicht mehr zu erreichen. Dieses Konsumgut existiert nicht mehr in deren Köpfen, die Qualität spielt dabei überhaupt keine Rolle mehr. Seine Beschaffenheit wird nämlich nur noch von denen Wert geschätzt, die sowieso derartige Medien nutzen - und von denen, die aufgrund gefühlt schlechter werdender Qualität abgesprungen sind, sind nur noch sehr wenige mit hohem Aufwand und einem verbesserten Angebot wieder zurückzugewinnen. Allen anderen gehen etwaige Eigenschaften von journalistischen Printerzeugnissen - sagen wir es deutlich - mittlerweile am Arsch vorbei. Es ist also allenfalls eine Bestandskundenwahrung über einen gewissen Zeitraum möglich - bei gleichzeitig wegbrechenden Werbeeinnahmen.Anfangs fand ich es noch ganz belustigend und häufig auch gerechtfertigt, wie sich vor allem Journalistenblogs über die üblen Bedingungen des Redaktionsalltags mokierten und Beispiele miserabler Arbeitsleistungen anführten, die die große Diskrepanz zwischen Anspuch und Wirklichkeit in den Verlagshäusern veranschaulichten. Recht so, dass endlich mal von unabhängiger Seite aufgedeckt wird, dass wir alle als Leser regelmäßig mit billig produzierten, schlecht recherchierten, PR-lastigen Texten abgespeist und hinters Licht geführt werden.Irgendwann aber, spätestens nach dem hundertsten Draufhauen auf immer den gleichen Sachverhalt, wirds langweilig. Ehrlich gesagt widert mich inzwischen dieses Treten auf den am Boden Liegenden immer mehr an. Nicht, dass ich ein Sympathisant von profitgierigen Verlegerfamilien wäre. Ich halte nur das ganze herkömmliche Konstrukt angesichts der elektronischen Medien für überholt. Was hier verlangt wird, ist tote Pferde zu reiten. Man macht es sich zu einfach, man denkt nicht zu Ende. Es ist ein Problem da, es muss ein Schuldiger gefunden werden, so die schlichte Vorgehensweise. Was aber, wenn es gar keinen Schuldigen in dem Sinne gibt, sondern die veränderten Marktbedingungen einfach nicht mehr hergeben?Wo würde man als Verleger denn heute investieren? In einen absterbenden Wirtschaftszweig? Unsinnig. In die Online-Präsenz? Notgedrungen. Aber die fetten Jahre sind vorbei und kommen aller Wahrscheinlichkeit nach auch nie wieder. Denn online lässt sich bekanntermaßen u.a. aufgrund der fehlenden Barrieren zum Publishing für jedermann und der damit einhergehenden Konkurrenzsituation für die Ware "News" kein vernünftiges Geld verdienen. Das ist eine glasklare Absage an sämtliche Phantasien bezüglich der Aufrechterhaltung liebgewonnener Besitzstände.Wenn man denn schon einen Schuldigen suchen muss, dann also doch bitte das Medium Internet. Da dieses aber zunächst einmal ein von uns allen mitgestaltetes technisches Konstrukt ist, in dem gewisse natürliche Marktzustände herrschen, ist jegliche Schuldzuweisung überhaupt in Frage gestellt. Wenn man an den Bedingungen etwas ändern wollte, so müsste letztlich eine höhere Stelle, der Gesetzgeber lenkend eingreifen - durch Regulierung, Subventionierung, Gebühren. Ob wir das wollen, steht auf einem anderen Papier. Dem allgemeinen Problem, dass dringend benötigter hochwertiger Journalismus auf andere Weise kaum mehr finanzierbar wird, muss aber nun mal tatsächlich ins Auge geblickt werden.Also, während der Markt für Printprodukte wegbricht, gibt der Marktplatz Internet keine existenzsichernden Preise für journalistische Erzeugnisse her. Statt dessen hält sich die enorme Zahl der Player mit gleichartigen Angeboten gegenseitig dauerhaft außerhalb der Gewinnzone. Sofern sich nicht völlig neue Publikationsstrukturen bilden, wird sich nichts ändern. Jammern über die Arbeitsbedingungen in Printverlagen ist mit diesem Ausblick sowas von gestern.

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