Random Articles

The Beginning of Something New.. by Splitney

...

Wednesday 26 December 2018 - ..everyday! Splitney - Internet Economy Issues sig

Qualität und Werbefinanzierung bei Fernsehproduktionen by Splitney

...

Tuesday 03 August 2010 - Wenn man behauptet, das deutsche Fernsehen sei sel

Warum Verlage nicht Schuld am Untergang des Journalismus sind by Splitney

...

Monday 03 May 2010 - Printverlage haben ein Problem: Es werden immer we

Veränderung, Anpassung? Och nö.. by Splitney

...

Wednesday 24 February 2010 - 07.09.2009 - Mein zugegeben etwas marktradikaler B

AOL - destroying shareholder value since 1998 by Splitney

...

Friday 18 June 2010 - Phew! AOL hat Bebo (for those who don't know: ein

Tuesday 11 May 2010 - 03:43 by Splitney

In Berichten über die Bloggermesse Republica war den Teilnehmern zu Themen wie "Demokratie im Netz" immer wieder diese Verkörperung des Bürgers gegenüber dem Staat anzumerken. Auf der einen Seite "wir" Netizens, das Volk - auf der anderen der Staat, die Regierung, die Behörden.Natürlich, die klassische Rollenverteilung. Man hat aber den Eindruck, dass sich mit dieser Selbstauffassung die meisten der Netzaffinen damit abfinden, die Rolle des armen passiven Opfers zu übernehmen und somit dem Staat für immer den Part des bösen übermächtigen Regierungsapparats zuschreiben, der nur in unser Userleben hineinpfuschen will und vor dem wir zu schützen sind.Letzteres zu meinen, kann man ohne weiteres jemandem zugestehen. Allerdings führt die dauerhafte Gesamthaltung, dass man als Bürger ja eh nichts zu sagen hat und ein kleiner Haufen Politiker unabänderlich seine Machtinteressen durchsetzt, zu einer gewissen Lähmung. Man registriert schon, dass man durch das Internet zwar der Vorstellung nach neue Partizipationsmöglichkeiten hätte. Wirklich politisch aktiv zu sein ist für die meisten Leute in dieser Zeit aber doch eher völlig ausgeschlossen."Blogrebellen" nennen sich da manche mit ihren Stylo-Contentangeboten und locken uns auf die falsche Fährte. Populär sein, ist es das, was man in erster Linie erreichen will als Rebell? Unreflektiert jeden Quatsch akzeptieren und hochjubeln? Sich besoffen von den neuen Vernetzungsmöglichkeiten dem Mainstream ergeben? Am laufenden Band nichts anderes als irgendwie hippe Konsumprodukte glorifizieren? Schwach, muss ich sagen.Naja, viele von den sich avantgardistisch gebenden Netzbewohnern sind genau solche Schäfchen, die sich eine Regierung wünscht: Kritiksparend die Klappe haltend und mit im Grunde genommen Null Antrieb auch nur im kleinen Bereich durch ein klares politisches Statement auf Augenhöhe etwas zu verändern. In der persönlichen Außendarstellung schick mit dem Revoluzzer-Image gebrandet, in der tatsächlichen politischen Diskussion jedoch nachplappernd ohne Substanz, ansonsten kleinlaut bis ahnungslos. Dann doch eben das typische Bürgertum unserer Zeit.Es gibt Probleme anzusprechen, eine Haltung zu vertreten: Verspekulierte Bankvermögen von gierigen Superreichen werden mit unseren Geldern gerettet, Verluste werden verstaatlicht und Gewinne privatisiert, ganze Staaten sind pleite und werden mit fremden Kapitalzuflüssen notdürftig am Leben gehalten, wir alle leben auf Pump und wissen nicht obs später mal reicht, nachdem sich die älteren Generationen in den fetten Jahren die Taschen voll gemacht haben.Mit der Piratenpartei hat man eine Organisationsform, die zumindest die Belange der Online-Affinen vertreten könnte. Wobei zu bezweifeln ist, ob es über netzspezifische Themen wie Datenschutz etc. hinaus überhaupt noch genügend gemeinsame Interessen gibt. Wen oder was soll diese Partei konkret ansprechen? Was aus ihr wird, auch hinsichtlich der strukturellen Zusammensetzung, ist völlig unklar. Zumindest die freundliche Kenntnisnahme, dass es sie in Anbetracht der sonstigen verbreiteten Politikverdrossenheit überhaupt schon mal gibt, ist hier und da vorhanden.Generell zieht das Thema Politik gerade auch in der jüngeren Online-Generation nicht wirklich. Die meisten sind dann doch irgendwie noch zu satt versorgt, zu verspielt mit ihren Gadgets, zu vertieft in die Bespaßungsmöglichkeiten oder auch einfach zu blöd, um gewisse gesellschaftspolitische Zusammenhänge zu checken. Obwohl das wahrscheinlich noch nie anders war.Um Einfluss zu nehmen, muss man sich erstmal persönlich bemerkbar machen. Man kann trotz des Informationsangebots allerdings nicht den Eindruck gewinnen, dass das Netz die Leute irgendwie politischer macht. Eher stellt es in Form der persönlichen Profile und Blogs das allgemeine Desinteresse der überwiegenden Zahl der Nutzer an Möglichkeiten der politischen Äußerung zur Schau. So verfestigt sich dann natürlich dieses Rollenklischee von "ihr da oben" und "wir da unten".

comment

Write a Comment

name

email (not displayed)

website (not required)

0.01 sec • © Coriola.com