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Gewissen Internet-Medien wird ja nachgesagt, dass Verlinken dort ein Fremdwort ist. Während eine spärliche Linksetzung bei denen eine Strategie ist (die nicht aufgeht), ist es bei einem Blogger vielleicht eher der innere Schweinehund in Form von Faulheit. "Link mal wieder" sollte das Motto sein. Denn Verlinken ist nicht schädlich - solange der Link gut ist. In der Form, dass er ein ergänzendes - und damit wenig konkurrierendes Informationsangebot darstellt. Denn dann kommen die Informationssuchenden auch wieder zur Anlaufstelle zurück.Gute Links aussuchen will gekonnt sein. Entweder rein maschinell als algorithmisch sortierte Liste, von Google sehr erfolgreich praktiziert. Oder in Form von Infohappen, die Links bereitstellen mit treffendem Kommentar und Wertung. Oder eben die normale Blogform mit eigenen Artikeln und - manchmal zu selten - eingestreuten Links.
Überlegene Inhalte werden immer besucht. Bietet man nur Einheitsbrei wie die traditionellen Printmedien es online tun, wird es natürlich kritisch mit dem Überleben als Wirtschaftssubjekt.Was in der Diskussion zum Übergang des Verlagswesens in die Online-Welt gerne vergessen wird, sind die einfachen ökonomischen Grundsätze. Geht es um die eigentliche "Linkwirtschaft", ist festzustellen, dass die verschiedenen journalistischen Leitmedien aus der Vorzeit nun einfach das Problem haben, dass es zu viele Anbieter mit austauschbaren bzw. qualitativ völlig gleichförmigen Inhalten gibt. Mangelhafte oder fehlende Verlinkung ist immer ein Ärgernis. Aber Verlinkung bringt in dieser Situation für niemanden einen Mehrwert - sie wird zur Nebensache. Es liegt daran, dass das Gesamtangebot an Newscontent einfach zu gleichartig für die Menschen ist, als dass man bei irgendeinem einzelnen Anbieter als Kunde bleiben und dafür zahlen wollte.Somit sind die neuen Marktbedingungen durch die Innovation Internet, die die Substituierbarkeit der Mainstream-Nachrichten ja erst für jedermann sichtbar macht, schuld am Ganzen - natürlich neben dem Aspekt, dass viele Online-Medien eben nicht kreativ genug sind, um gewisse Alleinstellungsmerkmale herauszuarbeiten. Statt dessen versucht man durch weniger Links einen Zaun um das eigene Angebot zu ziehen. Ein Unterfangen, dass ohne eine starke Anziehungskraft und angesichts von Suchmaschinen, Twitter und linkfreudigen Blogs ziemlich sinnlos ist. Im Endeffekt wird bedingt durch Austauschbarkeit und geringe Markenpräsenz zu wenig Traffic generiert und damit wirtschaftlich gesehen ein solches Angebot obsolet.Es ist aber gerade in diesem Zusammenhang irgendwann dämlich, wenn einige Iphone-Streichler meinen, man müsse die Holzmedien daraufhin bis zum Geht-nicht-mehr totreden. Die Internetökonomie richtet solche Dinge von selbst. Viele Zeitungen und Zeitungshäuser werden aus marktwirtschaftlichen Gründen vor die Wand fahren - und zwar egal, was sie jetzt tun: es ist zwangsläufig kein Platz für alle journalistischen Anbieter von Neuigkeiten, als Unternehmen gewinnbringend zu operieren. Vieles von dem, was wir momentan von Verlegerseite sehen, sind hilflose Versuche von Protektionismus. Viele Arbeitsplätze in Redaktionen werden abgebaut werden. Viele werden aber in der ein oder anderen Form weiter existieren. Genauso werden auch viele Printprodukte weiterhin gelesen werden. Es wird immer Gedrucktes geben.WTF? Das ganze Thema ist durch. Einigen wir uns darauf, dass das alte Konstrukt einfach nicht mehr passt: Verlage sind online einzelne Publisher. Arbeitsplätze schaffen in neuen Redaktionssystemen ist jetzt viel eher angesagt als immer das gleiche Verlagsbashing.

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