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Sunday 11 April 2010 - 21:34 by Splitney

Apples neues Ipad "soll es richten". Muhaha.
Von den Verlagen ist hier die Rede, die sich mit Hilfe von "Beratern" gerade mal wieder den neuesten Hype einreden.
Ipad anyone? Wollen wir uns mal nicht aufs Fanboy-Bashing konzentrieren, sondern auf das, was jetzt Verlagsprodukte online verkaufen helfen soll: Apps.Die Agenda ist im Grunde genommen folgende: Mit Apple hat man einen imageträchtigen Hardware-Anbieter, der durch seine Marktmacht imstande ist, größere Kundengruppen für die kostenpflichtige Nutzung speziell für seine Geräte geschriebener Applikationen zu gewinnen.Klar, es gibt Leute, die ein paar Euro für eine News-App einer Zeitung locker machen. Es gibt auch Menschen, die Geld für Klingeltöne ausgeben, obwohl man diese ganz leicht umsonst haben kann. Klingeltöne waren hauptsächlich erfolgreich, weil sie erstens neu waren und zweitens dem Verbraucher durch Informationsasymmetrie zunächst kostenlose Alternativen nicht bewusst waren. AOL wurde auch berühmt, weil die Leute nicht wussten, wie sie sonst ins Internet kommen sollten.
Im Gegensatz dazu weiß man bei Apps von Anfang an, dass es parallel zu und weit vor den proprietären Apple-Anwendungen schon immer das offene Internet gab, wo man alle relevanten Informationen kostenlos bekommt. Eine kostenpflichtige App würde demzufolge nur Sinn machen, wenn sie a) was ganz Neues und Anderes oder b) weitaus besser als das ist, was wir auf unzähligen Websites schon vorfinden.
Das sehe ich zumindest bei Newsangeboten nicht. Wie neu kann ich Information in so einer App gestalten? Der Vorgang des Lesens an sich ist auf jedem Medium gleich. Während das Blingbling nebenher sich eben genau so gut auch auf vorhandenen Endgeräten mit einer Website realisieren lässt. Bleibt nur das Blingbling, das ausschließlich mit einem Touch-Display funktioniert. In Sachen Reichweite beschneidet man sich diesbezogen natürlich als Contentanbieter aller Möglichkeiten, wenn man sich auf einen Gerätetyp (Tablet bzw. Smartphone), schlimmer: einen Gerätehersteller (Apple), noch schlimmer: spezifische Anwendungen (Apps) zum Ausführen seiner Produkte konzentriert.Die Marschrichtung ist klar: Medienanbieter suchen nach Möglichkeiten, Verbraucher in ein abgeschlossenes System zu locken, von dem aus sie sich die Anwendungen dann exklusiv und kostenpflichtig installieren sollen. Man bedient sich dazu einer proprietären Hardware eines Fremdherstellers und einer dazugehörigen Verkaufsplattform. Dazu das ganze Paket beim Kunden ordentlich als das Nonplusultra des Informationszeitalters hochjazzen. Der soll sich dann nicht nur ein Tablet, sondern auch noch eins von Apple und dann noch die entsprechende App zulegen. Drei Hürden auf einmal. Und wo genau liegt jetzt nochmal der Vorteil für den Nutzer?Der aufgeklärte Verbraucher zahlt nicht für Inhalte, die es anderswo umsonst gibt. Man lässt sich auch zunehmend ungern von einem Hardware-Hersteller in einen goldenen Käfig sperren und mit einem eingeschränkten proprietären Angebot abspeisen, für das man auch noch latzen soll. Auch mit Hilfe massiver penetranter Werbung nicht. Und auch wenns mit der rosaroten Brille schwerfällt: Für die meisten Leute sind und bleiben Produkte der Firma Apple eher unwichtig.Die Berichterstattung über das Ipad ist zum Großteil eine ganz erbärmliche Lobhudelei auf ein technisches Gadget, das zwar ohne Zweifel eine neue Produktkategorie vorantreibt, für die Benutzung von Informationsangeboten im Allgemeinen aber vollkommen ersetzbar ist. Mit allem, was sich an Geräten bisher bereits auf dem Markt befindet kann man das machen, wofür einige Verlage inzwischen die Hand aufhalten wollen. Tablets sind ein Nischenprodukt, genau wie Notebooks oder Netbooks. Usability? Nicht jeder will mit den Fingern auf einem Display herummanschen. Nicht jeder mag ein Gerät, welches nur aus einem flutschigen Bildschirm besteht, während er sich einen Klapprechner bequem hinstellen oder auf der Couch vor sich hinlegen kann. Die Konstruktion des Ipad ist durchaus pfiffig, etwaige Vorteile reichen aber einfach nicht, um nach den Early Adopters einen größeren Run auf derlei Geräteformate zu erzeugen und damit tatsächlich das Nutzungsverhalten der Verbraucher umzukrempeln. Es ist eine Ergänzung, kein Ersatz für das vorhandene Produktportfolio.Als Revolution und Zukunft des Journalismus von schwer hypeanfälligen Internetsenioren (im Netz gilt übrigens beim Senior meistens: nur vom Alter, nicht von der Erfahrung) wird das Ganze nun hochgejubelt. Wie? Ich dachte immer, die Zukunft des Journalismus liegt im Journalismus, aber weit gefehlt: Die coolen Apple-Produkte werden aus Laptop-Usern und Bezahlcontent-Verweigerern schon ganz schnell Ipad-Fetischisten und treue App-Abonnenten machen. I can't believe it.Ganz ehrlich: Wer sich freiwillig in eine solche Rolle begibt und dieses Spiel nicht durchschaut, der wirkt eher an der Abschaffung des offenen Informationssystems Internet mit, als dass er den Journalismus retten würde. Auf Seiten der User ist dieses Verhalten genau so dumm wie auf Seiten der Inhalteproduzenten, die anstatt es mit innovativen eigenständigen Webangeboten zu versuchen ihre Rolle als bereitwilliger Content-Zulieferer für eine Fremdplattform manifestieren, sich mit auf allen Kanälen verbreiteter kostenloser Promotion zum Steigbügelhalter der Marke Apple machen und sich sowohl betriebswirtschaftlich als auch redaktionell über kurz oder lang in eine totale Abhängigkeit und Fremdbestimmung manövrieren. Eins ist klar: Der ganze Bohei spielt letztendlich nur einem Unternehmen massiv in die Hände, und das ist Apple.Man kann ja verstehen, dass jetzt die Zeit angebrochen ist, in der man sich als Verlagsstratege an jeden Strohhalm klammert. Es ist anscheinend immer Saison für einen ordentlichen Hype, dem man sich kritiklos und unreflektiert hingeben kann.
Doch bitte nichts vormachen: Die Rettung des Journalismus liegt ganz gewiss nicht im Anbiedern an eine Firma, die einige Leute gut finden - mit einer halbgaren Produktlinie und kostenpflichtigen Applikationen, die sich beim Konsumenten nie wirklich durchsetzen werden. Sie liegt wenn überhaupt in abgespeckten Redaktionen, gut recherchierten Texten und vernünftigen Website-Anwendungen.

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