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Wednesday 24 March 2010 - 21:17 by Splitney

Ja wie hat man sich das bitteschön ganz praktisch außerhalb der feuchten Wunschträume einiger "Social Media Experten" so vorzustellen?
Da befindet der User sich also im Social Network seiner Wahl und soll nun neben dem Schriftverkehr mit seinen Freunden zusätzlich auch kommunikationsbereit mit Marken sein. Sicher, es gibt Menschen, die aus eigenem Antrieb den Kontakt zu einer Marke suchen, sich mit ihr auf die ein oder andere Weise schmücken oder als Botschafter den guten Ruf einer Marke mitprägen. Alle diese Motive haben allerdings eins gemeinsam: Freiwilligkeit.Heißt im Umkehrschluss: Es ist in den meisten Fällen für ein Unternehmen nicht angebracht, sich innerhalb eines sozialen Netzwerks dem Nutzer auf Basis einer direkten persönlichen Ansprache zu nähern. Wir reden hier immer so abstrakt über Marken, aber man muss sich das mal konkret veranschaulichen: Für eine sinnvolle Kommunikation werden Menschen benötigt. Marken sind keine Menschen. Daher fungiert ein Mitarbeiter des Unternehmens als reale Person quasi stellvertretend als Bindeglied zwischen Markengut und Konsument - große Verantwortung. Da sitzt dann also dieser Firmenvertreter am Computer, meist irgendein Hansel aus der PR-Abteilung und versucht sich an die Leute direkt ranzuschmeißen. Der User kennt diese Person in den allermeisten Fällen natürlich nicht. Was habe ich also mit einer x-beliebigen wildfremden Person am Hut? Nichts. Will ich von ihr belästigt werden? Nein!
Deshalb: Diese Person darf nur ins Spiel kommen, wenn sie darum gebeten worden ist. Sie darf mich keinesfalls als Vertreter einer Firma mit kommerziellen Interessen auf persönlicher Ebene einfach so kontaktieren. Sonst reagiere ich allergisch, das Marketingziel wird verfehlt und die Konsequenzen sind nicht absehbar. Ergo: Diese Person muss in den Hintergrund treten, rein auf Empfang gehen. Zuhören, wie man so schön sagt. Eine zwischenmenschliche Kommunikation kommt unter diesen Umständen also nur zustande, wenn es vom User ausdrücklich erwünscht ist. Will man sich als Unternehmen nicht größten Ärger einhandeln und seine Marke dauerhaft beschädigen, sollte man sich daran halten. Ausnahme: Es existiert bereits eine Kundenbeziehung und man ist sich absolut sicher, dass der Kunde die ungefragte Kontaktaufnahme begrüßt.Was bleibt ansonsten übrig? Nun, zwei Dinge: Eine Person als Ansprechpartner oder die Marke als Sender. Ersteres ist mit einem Userprofil durchaus zu bewerkstelligen: nämlich als Kundendienst. Letzteres wird - oh Wunder - beispielsweise mit einer Werbeanzeige auf der Plattform ermöglicht. Beides also absolut klassische Mittel, die wir schon aus allen anderen Medien kennen.Merke: Firmen sind keine Buddies. Den ganzen Buzz kann man sich also sparen.

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