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The almighty Kostenloskultur by Splitney

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Saturday 16 October 2010 - Inzwischen fast schon ein Tabuwort, gerne von Verl

Identität in der Online-Gesellschaft by Splitney

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Tuesday 05 October 2010 - Es ist ein zweischneidiges Schwert mit der Anonymi

Lokale Werbung im Internet by Splitney

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Thursday 30 September 2010 - Printmedien sind die längste Zeit Ausstellungsfläc

GTA and 80s Hits - A Connection for Life by Splitney

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Saturday 25 September 2010 - Look at all the annoying Youtube comments below ma

Online-Marketing und Offline-Produkte by Splitney

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Wednesday 22 September 2010 - Ich habe schon mal einen Beitrag geschrieben über

Saturday 16 October 2010 - 05:20 by Splitney

Inzwischen fast schon ein Tabuwort, gerne von Verlegern zur Stimmungsmache missbraucht, das große Aversionen bei eingefleischten Netzbewohnern hervorruft: Kostenloskultur. Größtenteils bekräftigt man damit nur das Rumgeheule, dass man ja durch diese eigenartige Mentalität der Webnutzer nicht mehr in der Lage sei, online Geld für seinen Content zu verlangen. Als ob das Beklagen, dass sich Kunden - wenn es die Möglichkeit dazu gibt - umsonst bedienen, diese zu einer Handlungsänderung animieren könnte. Mit dem Appell an Ethik und Moral ist da nichts zu holen - das hat noch nie ein Geschäftsmodell gerettet. "Contentmafia" hallt es aus dem Netz völlig undifferenziert zurück. Womit dann wieder die total verkorkste Diskussion über Sinn und Unsinn von Gebühren für digitalisierbare Produkte und Dienstleistungen heraufbeschworen wird.Ja, es gibt eine Kostenloskultur, ohne Frage. Aber dabei geht es nicht darum, dass Menschen kostenlose Angebote wahrnehmen. Sondern eher, dass sie wie selbstverständlich davon ausgehen, dass für eine angeforderte Leistung keine Gegenleistung verlangt werden kann. Diese Konditionierung begegnet einem mittlerweile allerorten. Leute beschweren sich, wenn sie durch Bezahlschranken daran gehindert werden, Webangebote wahrnehmen zu können. Ja sie beschweren sich gar über mangelnde Qualität von Umsonstinhalten. Im Grunde genommen hochgradig unverschämt. Es geht noch weiter: Selbsternannte Netzaktivisten wollen kostenpflichtige Inhalte sogar aus den Klauen der Urheber "befreien", mit dem hehren Ziel, sie für die Menschheit zugänglich zu machen. Als ob ein Anbieter noch nicht mal ein prinzipielles Recht darauf hätte, seine Waren gegen Geld anzubieten. Der Idiotie sind scheinbar keine Grenzen gesetzt."Den Dreck will doch eh keiner haben!" ist eine berühmte Ausflucht, um den Ärger zu kompensieren, wenn man sich dann doch die Nase vergebens am virtuellen Schaufenster plattgedrückt hat, zu lange warten muss oder sonstige Komplikationen auftreten. Und "wenn die Qualität wenigstens stimmen würde, dann würde ich ja in Erwägung ziehen, etwas dafür zu bezahlen". Papperlapapp! Wir sind verwöhnt geworden. Kein Mensch zahlt für Angebote, die er einen Klick weiter in ganz ähnlicher Form umsonst bekommt. Dass dies dauerhaft sichergestellt bleibt, dafür sorgt der Markt von ganz alleine. Es wird immer und zu jeder Zeit genügend Anbieter geben, die aus unterschiedlichen Gründen in der Lage sind, ansprechenden Online-Content für den Preis von 0 Euro anzubieten. Dass sie sich nicht durch direkte Zutrittsgebühren refinanzieren können, hindert die Marktteilnehmer nicht daran, trotzdem präsent zu sein. Wir erleben das seit vielen Jahren. Gratiscontent einzelner Anbieter gibt es manchmal auch nur vorübergehend, aber über alternative Quellen immer in ausreichend großer Anzahl.Überall wo die Möglichkeit besteht, kostenlos an Inhalte zu kommen, wird dies natürlich auch genutzt. Legal oder illegal. Im Internet stellt sich für Anbieter nicht mehr die Frage "wie können wir das bekämpfen?" Der Zug ist abgefahren - systembedingt. Man muss langsam erkennen, dass Anzahl und Möglichkeiten der Webnutzer einfach übermächtig sind. Es bringt nichts mehr, über die bösen Raubkopierer zu lamentieren. Das wird kein Buch, keine DVD, keine Software zusätzlich verkaufen. User lassen sich nicht länger kriminalisieren. Letzten Endes wird der Markt für kostenpflichtige digitalisierbare Güter größtenteils aufgegeben werden müssen. Jedenfalls dann, wenn Menschen nicht mit DRM und Co gegängelt oder von Hardwareherstellern mittels proprietärer Geräte in einen goldenen Käfig gepackt werden können. Was neben dem Verkauf von hochwertigen Spezialinhalten praktisch die einzige Lösung ist, um mit diesen immateriellen Gütern noch Gewinne zu machen. Ansonsten: Finito! Man wird es sich nur irgendwann einmal eingestehen müssen.Für Künstler und Kreative heißt das: Monetarisierung nur mit handfesten Produkten oder Dienstleistungen außerhalb des Netzes. Bücher, Konzerte, Lesungen, Events, Podien, Merchandising - nur eben keine adäquaten Einnahmen aus digitalen Datenströmen. Für Verlagsmanager: Die Offline-Kühe melken, solange es noch geht, danach abwickeln. Die klassischen Informationsmittler werden im Netz in dieser Form nicht mehr gebraucht. Zeit, sich nach neuen Geschäftsmodellen umzuschauen.

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Tuesday 05 October 2010 - 21:30 by Splitney

Es ist ein zweischneidiges Schwert mit der Anonymität im Netz. Ja klar, in Wahrheit gibt es sie nicht wirklich, weil jeder Traffic irgendwo gelogt wird. Bei den Internet-Providern, auf Webservern privater Unternehmen, bei einem zu Hause. Staatliche Behörden können sich prinzipiell - wenn sie nur wollen - Zugriff auf diese Daten verschaffen.Abgesehen von dieser für viele doch eher beunruhigenden Tatsache kann man im Web aber von anderen Teilnehmern weitgehend unerkannt surfen. Und das auch mit einer verschleierten, erfundenen bzw. falschen Identität. Die meisten der alltäglichen Webservices nehmen keine Identitätsprüfung in Form von Verifikation der angegebenen Personendaten vor, weil es viel zu aufwändig und verlustreich wäre.Für den User ist das normalerweise ein angenehmes Gefühl und gleichfalls auch eine gewisse Voraussetzung, um beispielsweise Sachverhalte zu benennen, die man sich aus verschiedenen Gründen sonst nicht getraut hätte, zu artikulieren. Beispielsweise für Mitarbeiter mancher Unternehmen, Missstände aufzudecken oder als Insider wichtige Informationen von hohem allgemeinen Interesse an die Öffentlichkeit zu bringen.
Es gibt Organisationen, die sich die Aufklärung der Massen durch gezieltes "Leaking" von Storys zur Aufgabe gemacht haben. Die technische Infrastruktur ist dort so eingerichtet, dass man mit ihnen relativ sicher in Verbindung treten kann und der Informantenschutz gewährleistet ist.Ob Identitätslosigkeit von Personen im Netz nun eine gute oder schlechte Sache ist, hängt letzten Endes ganz von der Aktion des jeweiligen Users ab. Ebenso wie dadurch gute, aufklärerische Arbeit geleistet werden kann, wird durch fragwürdige bis kriminelle Absichten auch großer Ärger angerichtet.Nehmen wir als Beispiel mal wieder Twitter. Der Dienst prüft seine Accounts normalerweise nicht auf Echtheit. Heißt, man kann sich ohne Probleme mit falschem oder irreführendem Namen anmelden bzw. vorgeben, eine andere, meist öffentlich bekannte Person oder Institution zu sein. Zahlreiche Nutzer, unter ihnen Medienvertreter fallen immer wieder auf solche Fakes herein. Außer man verifiziert durch persönlichen Kontakt, gibt es keinerlei Möglichkeit, die Wahrhafigkeit des entsprechenden Teilnehmers zu 100 Prozent herauszufinden. Nur werden allzu oft auch grundlegende Recherchemöglichkeiten ausgelassen, aufgrund dessen es allerorten zu fehlerhafter Berichterstattung kommt. Gut gemachte Täuschungen fliegen unter Umständen erst sehr spät oder überhaupt nicht auf. Oft erst, nachdem die wirkliche Person oder Institution dementiert, etwas mit der Sache zu tun zu haben.Ganz erheblicher Schaden kann mit gefaketen Artikeln bei Bewertungsplattformen angerichtet werden. Insbesondere, wenn es dem Betreiber nicht gelingt, solche Missstände konsequent aufzudecken. Nun darf man aber die Frage stellen: Wie soll das überhaupt gehen? Letztendlich kann doch jeder - aus welchem Antrieb auch immer - irgendetwas kommentieren und anmerken. Einerseits gibt es die Meinungsfreiheit, andererseits auch keine Verpflichtung, sich mit den beurteilten Sachverhalten objektiv auseinandergesetzt zu haben. Deshalb versuchen einige Betreiber eine Vertrauenskategorie einzuführen, indem sie ihren Usern eine Art "Trust-Rank" angedeihen lassen. Ein sicherlich sinnvoller, mangels Alternativen aber auch manchmal eher hilfloser Versuch, die Authenzität und Kompetenz der Beurteilungen zu gewährleisten. Wenn solche Optionen nicht ausreichen - was bei öffentlichem Betrieb und Bekanntheit der Website oft genug der Fall ist - kann es sehr kompliziert werden, die Glaubhaftigkeit der Plattform insgesamt überhaupt aufrecht zu erhalten. Persönlich unbekannte User können schreiben, was sie wollen, aus Beweggründen, die im Verborgenen bleiben. Die Konsequenzen reichen von falscher Tatsachenbehauptung über Rufschädigung bis zu versuchter Erpressung der bewerteten Unternehmen. Diese Dinge sind bei den größeren Plattformen mittlerweile an der Tagesordnung und werden im Zuge des sich allgemein verdichtenden kommerziellen Wettbewerbs weiter zunehmen.Verleumderischen Aktionen ist nur schwer beizukommen. Zahlreiche Beschwerden von Opfern, die man in den einschlägigen Foren nachlesen kann, zeugen von dieser Faktenlage. Unternehmen, die auf diese Weise unverschuldet mit ihren Produkten und Dienstleistungen in Verruf geraten, sind ganz auf die Lösungskompetenz des Plattformbetreibers angewiesen und darauf, wie er mit den Einsprüchen der vermeintlich Geschädigten umgeht. Es kommt auch vor, dass der Betreiber selbst in die manipulativen Aktionen verwickelt ist.Genauso kommt es umgekehrt zumeist aus rein kommerziellem Eigeninteresse zu Übertreibungen in die andere Richtung. Durch absichtlich platzierte positive Berichte und Meinungen über die eigenen Produkte und Dienstleistungen wird versucht, sich die Gunst des Verbrauchers zu erschleichen. Die verfälschende Eigenwerbung birgt jedoch ein erhebliches Risiko für das betreffende Unternehmen - mit massivem Imageschaden und Vertrauensverlust, wenn der Coup auffliegt. Denn mutmaßliche künstliche Überhöhungen, sofern einmal auffällig geworden, lassen sich in der Regel relativ eindeutig den Beteiligten im Unternehmen selbst oder seinem direkten Umfeld zurechnen.Letztendlich sind anständige Gewerbetreibende den Vorgängen auf den betreffenden Webplattformen weitgehend schutzlos ausgeliefert. Und die Abhängigkeit wird immer größer, da immer mehr Menschen sich online Auskunft über bestimmte Anbieter einholen und ihre Konsumentscheidungen danach ausrichten. PR-Agenturen, beauftragte Mitarbeiter, Konkurrenten, Käuflinge und euphorische oder frustrierte Konsumenten tun ihr Bestes, um die Beurteilungen in die ein oder andere Richtung zu manipulieren und deren Aussagekraft generell in Frage zu stellen. Es gibt keine wirkliche Lösung für das Problem. In letzter Konsequenz muss die Frage nach der Existenzberechtigung und Sinnhaftigkeit von solchen Diensten schon gestellt werden.Bewertungsportalen gegenüber ist immer ein gesundes Misstrauen angebracht. Das selbe gilt sinngemäß für Blogs, Foren, Kontaktbörsen und alle anderen Social Media Plattformen, mithin überall dort, wo sich Menschen mit geringem Aufwand weitgehend anonym an Kommunikation beteiligen können. Angesichts der sehr einfach wahrzunehmenden Gelegenheiten, durch Faken andere Teilnehmer zu täuschen und für eigene Zwecke Schaden anzurichten, ist es eigentlich erstaunlich, dass Dienste wie Twitter auch ohne Verifikation im Großen und Ganzen trotzdem ganz gut funktionieren. Hierbei hilft der Selbstvermarktungsdrang der User, der ohne eine gewisse Authenzität normalerweise nicht umgesetzt werden kann, sowie auch die aufklärerische Macht der Community, gemeinsam bestimmte Machenschaften zu entlarven. Das Aufkommen des Grundproblems "Identity Theft" lässt sich dadurch freilich nicht stoppen.Von den meisten Menschen wird der Umstand sehr begrüßt, dass man sich beim "Betreten" des Internets nicht ausweisen muss. Vertrauensbildend ist das aber leider nicht. Wenn es um Kommunikationsaspekte geht, insbesondere in weniger familiären Online-Umgebungen, muss man im Zweifelsfall auch dazu sagen: Don't trust everyone!

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Thursday 30 September 2010 - 02:25 by Splitney

Printmedien sind die längste Zeit Ausstellungsfläche für die Produkte und Dienstleistungen lokaler Anbieter gewesen. Früher wurden ortsansässige Unternehmen im Regionalteil der Heimatzeitung gefeatured. Was aber tun sie jetzt, da ihre potenzielle Kundschaft immer mehr ins World Wide Web abwandert?Nun, sie sind durch das neue Medium nicht mehr wie zuvor gezwungen, mangels Alternativen beim örtlichen Printmonopolisten ihre Werbung zu machen. Vielmehr haben sie jetzt die Möglichkeit, ihre Leute überall im Netz anzusprechen und dabei ganz gezielt zu erreichen. Und zwar nicht mehr in erster Linie durch die vormals unvermeidbare Push-Methode, die hohe Streuverluste mit sich bringt. Sondern auch nur dann, wenn Menschen wirklich nach der Dienstleistung nachfragen. Dafür bietet sich natürlich eine Suchmaschine an, allen voran Google. Dort sitzt das Publikum und gibt die Keywords "[Dienstleistung] [Stadt]" ein, wenn es etwas braucht.Diesen lokalen Markt hat Google bereits zum großen Teil für sich vereinnahmt - dazu mussten sie sich noch nicht mal etwas Neues einfallen lassen, denn Targeting lässt sich ja ganz hervorragend durch die entsprechenden Suchbegriffe realisieren. Die Conversion Rates sprechen für sich: Wer auf aktiver Recherche nach dem Produkt ist, ist in Kaufstimmung und dementsprechend hervorragend qualifiziert. Gezielte Ansprache mit großer Reichweite zum vergleichbar kleinen Preis.Was heißt das nun für die Onlineausgaben der regionalen Tageszeitungen? Diese erhoffen sich ja immer noch, ihren Kundenstamm einfach auf die digitale Plattform zu überführen bzw. abgewanderte Werbetreibende dort wieder einzufangen. Doch bei der herkömmlichen Gestaltung einer Newspräsenz im Internet gibt es kaum Chancen, Suchmaschinen Paroli zu bieten. Klassische Imagewerbung, Kleinanzeigen und Rubriken wie im analogen Zeitalter - all das läuft nicht mehr rund, weil es zu ineffizient ist.Es ist falsch, zu glauben, alles funktioniert wie bisher, nur eben auf dem Computerbildschirm statt auf Papier. Mit dem Übergang ins Netz haben sich nicht nur die Nutzungsgewohnheiten der Menschen, sondern auch die Möglichkeiten der Unternehmen zur Kundengewinnung komplett verändert. Verlage, die meinen, man könne darauf reagieren, indem man die Onlineausgabe genau so gestaltet wie eine Zeitung, wurden schlecht beraten.Werbeanzeigen auf Content-Websites sind nur noch eine Option von vielen, den Konsumenten zu erreichen. Wenn es um direkte Sales geht, haben konsequenterweise dann auch Produkt- und Preissuchmaschinen, Verkaufsplattformen sowie zunehmend die Social Networks den Business Part längst an sich gerissen. Last but not least können und sollten sich Firmen mit ihren Angeboten insbesondere auf ihrer eigenen Website darstellen. Der Werbeprospekt ist nunmehr durch einen Klick zu empfangen.Angesichts dieser Vielzahl von Möglichkeiten bestehen auch für lokale Blogs eher maue Aussichten, einzelne sowieso ziemlich schwerfällige einheimische Mittelständler und Kleinbetriebe für Anzeigenschaltungen speziell auf ihrer Website begeistern zu können. Was übrig bleibt sind ein paar Paid Links, eine Imagekampagne hier und da oder der ein oder andere gesponserte redaktionelle Beitrag. Die mühselige Akquisearbeit mal außen vor: Die großen Werbenetzwerke bieten einen unangefochtenen Reichweiten- und Targetingvorteil. Ein demografisch sehr beschränktes Webangebot muss da schon einen enormen Bekanntheitsgrad und Zulauf bei der spezifischen Zielgruppe haben, damit das Konzept tragfähig ist.Es ist ein Trugschluss, man könne lokale Firmen einfach an eine lokal ausgerichtete Website binden. Der Übergang ins Internet ist kein Wechsel in ein anderes Medium mit den gleichen Bedingungen. Der sich aufspannende neue Möglichkeitenraum macht den Unterschied. Früher war es die eine Zeitung - heute ist es überall im Netz.

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Saturday 25 September 2010 - 06:46 by Splitney

Look at all the annoying Youtube comments below many of the good old songs: "Yeah, I know it from GTA" (a popular action game series). Kind of sad that today's youngsters only remember this music from a commercial piece of software. Better than not at all, eh? Brilliant job, Rockstar Games. An entire generation forced to associate the whole collection of cool 80s dance hits with your brand for their entire life.Having said that, I'm neither old enough for having experienced some of the original hot shit back in 85. So for that matter my generation was presumably socialized first by radio and later MTV (who as you know have killed the radio star). Not as cool as the real clubbing thing either. But at least not exploited by a computer game where the tracks are like fancy attachments to the plot. We only listened because of the music and only watched because of the videos. And even got freaky to it..

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Wednesday 22 September 2010 - 02:17 by Splitney

Ich habe schon mal einen Beitrag geschrieben über das merkwürdige Mißverhältnis zwischen propagierten Online-Erlösquellen und den tatsächlichen Einnahmen, die dann doch fast immer nur in Gestalt von Offline-Produkten zustande kommen. Weitere Beispiele sind inzwischen hinzugekommen.Sascha Lobo, der uns gern von internetfernen Populärmedien als Netzexperte verkauft wird, hat ein neues Buch herausgebracht. Es wird von den halbwegs ernstzunehmenden Literaturkritiken, also außerhalb gebührenfinanzierter Propaganda, wahrscheinlich völlig zurecht verrissen. Trotz dieses Umstandes prophezeihe ich einen wirtschaftlichen Erfolg beim Abverkauf dieses Stückes aus der New-Economy-Zeit. Und zwar insbesondere in der Altersklasse U25 vom Typ Neon-Leser, die von den Geschehnissen damals altersbedingt nicht viel mitbekommen hat und die notwendige etwas ahnungslose Geilheit auf solche literarischen Ergüsse mitbringt. Und das obwohl es anscheinend nur ein minderwertiges Copycat einiger weitaus früher erschienener Bücher zum gleichen Thema ist. Aber dass diese Strategie sehr wohl aufgehen kann, kennt der man ja leider schon vom Fall Hegemann/Airen.Dieser Erfolg wird also nicht auf die Qualität des Autors sondern vielmehr auf ein geschicktes Marketingkonzept zurückzuführen sein, das mit seinen jüngeren Fans (Twitter-Follower, Blogleser usw.) über die einschlägigen Online-Kanäle kommuniziert, den monetären Erlös aber notgedrungen und ganz klassisch überwiegend durch das Holzmedium generiert. Neben ein paar E-Books kommen als weitere, zunehmend beliebtere Einnahmequelle dann die Lesungen vor Publikum an verschiedenen Orten hinzu. Der Netzapologet, der mit dem euphorischen "Wir nennen es Arbeit" vor einigen Jahren noch das Internet als den Informationsträger schlechthin mit den faszinierenden beruflichen Potenzialen abfeierte, setzt hier also wenn es um die tatsächlichen Geldbeträge geht mal wieder vornehmlich auf das alte gedruckte Buch, flankiert von der eigenen realen Offline-Präsenz.Vollkommen zu Recht, denn es geht nicht anders. Erstaunlich ist jedoch immer wieder diese Scheinheiligkeit, mit der uns auf der einen Seite die Großartigkeit des Netzes aufs Brot geschmiert wird und auf der anderen Seite die mickrigen direkten Verdienstmöglichkeiten weitgehend unerwähnt bleiben, würde man sich eben ausschließlich auf dieses Medium als Plattform für digitale Produkte verlassen.Print ist eben nicht abgeschrieben. Print lebt weiter, weil es keine wirkliche Alternative gibt, will man mit solcherlei Inhalten Geld verdienen. Das einzig Neuartige ist ja nur, dass man das Internet nun als effizientes Werbe- und Distributionsmedium nutzen kann, um die Sales des handfesten Informationsträgers ordentlich anzukurbeln und abzuwickeln. Und nebenbei die Auftritte der eigenen Person vor Ort zu promoten.Nächstes Beispiel: Musikindustrie. Audiodateien können weitgehend ungehindert beliebig reproduziert und konsumiert werden. Damit kann Musik also weder digitalisiert noch auf Tonträger in angemessenen Stückzahlen verkauft werden. Bis auf das proprietäre Itunes fallen spontan eigentlich kaum weitere Online-Plattformen ein, auf der Künstler wenigstens ein halbwegs vernünftiges Zubrot verdienen könnten. Der große Batzen der Musikereinnahmen - sofern durch die notwendige Bekanntheit überhaupt nennenswerte Beträge zustande kommen - generiert sich nicht aus Downloads, sondern aus Live-Auftritten bei Konzerten und Merchandising.Auch hier wieder das alte Spiel: Promotion und Versorgung der Fanbase über die einschlägigen Netzwerke, aber alles Finanzielle muss weitestgehend durch Produkte und Dienstleistungen im Offline-Bereich eingespielt werden. So kann das Internet lediglich als Vehikel, dafür aber eben auch sehr kostensparend, zum Rühren der Werbetrommel und zum Ticketverkauf genutzt werden.Heißt letztendlich: Sowohl im hiesigen Literatur- als auch im Musikbetrieb wird das Geld weiterhin in der Real World verdient. Im Rausch des Tweetens, Facebookens und Myspacens sollte das nur jedem mal klar werden. Dieser Hinweis nur, damit man sich in dem ganzen Internetkrams nicht verliert und nachher auf staatliche Transferleistungen angewiesen ist..

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