Articles on this Page

Blogs - von Produzenten und Distributoren by Splitney

...

Sunday 28 March 2010 - Schön zu sehen, wenn einige Leute in der deutschen

About by Splitney

...

Friday 26 March 2010 - Splitney is a private blog mostly about internet e

Marken als Freunde by Splitney

...

Wednesday 24 March 2010 - Ja wie hat man sich das bitteschön ganz praktisch

Social Networks kill your identity by Splitney

...

Monday 22 March 2010 - Bezugnehmend auf den Videobeitrag des höchst erfri

4:3 contra Breitbild bei Notebooks by Splitney

...

Sunday 21 March 2010 - Ich sitze hier an meinem Lenovo Thinkpad X61s, ein

Sunday 28 March 2010 - 05:26 by Splitney

Schön zu sehen, wenn einige Leute in der deutschen Bloglandschaft beweisen, dass man mit einem Blog so viel Geld verdienen kann, dass es zum Leben reicht.
Insbesondere der Content von "Styleblogs" scheint prinzipiell gut geeignet für eine werbliche Vermarktung zu sein. Unter den kommerziellen Blogs, die halbwegs profitabel laufen, sind Bereiche wie Fashion, Beauty, Celebs, Gadgets überdurchschnittlich stark vertreten. Klassische, teils boulevardesk daherkommende Lifestyle-Themen also, die auch schon in der Printpresse gut bei Werbetreibenden ankommen. Kein Wunder, bedienen sie doch mit ihrem Review-Charakter ziemlich gezielt die Absatzinteressen der entsprechenden Konsumgüterproduzenten.Wir finden im Internet jedoch einen Markt vor, der kaum Eintrittsbarrieren für Publisher beinhaltet. Aufgrund der somit erheblich verschäften Konkurrenzsituation im Zusammenspiel mit der weitgehenden Substituierbarkeit der Ware "News" ist es in den seltensten Fällen möglich, ein reines Content-Angebot mit einer Zutrittsgebühr durchzusetzen. Zudem werden einst lukrative Geschäftsbereiche wie Kleinanzeigen nun von anderen Plattformen effizienter betrieben. Somit wird der Vertrieb von Werbeflächen als Erlösquelle noch wichtiger aber auch viel unergiebiger als auf dem Printmarkt. Was vor allem für die eigentlichen Produzenten von Inhalten ungünstig ist, denn die haben die Arbeit.Blogs der Kategorie "Guck mal hab ich gesehen" sind keine Produzenten, sondern lediglich Distributoren bzw. Aggregatoren von Inhalten. Sie haben als Anlauf- und Sammelstelle für aufbereitete Meldungen auf jeden Fall einen gewissen Nutzwert für den User, doch eigene redaktionelle Inhalte findet man dort eher selten. Der Betreiber ist mit diesem Durchlauferhitzer für Fremdproduziertes in der Lage, höchst kosteneffizient zu arbeiten. Denn ein solcher Distributor ist auch derjenige, der die Werbegelder anzieht. Dort sitzt das Publikum, dort ist die Reichweite. Der ursprüngliche und eigentliche Produzent eines dort erscheinenden Inhalts aber geht häufig leer aus oder wird bestenfalls mit einem Link bedacht. Das geht informationsökonomisch völlig in Ordnung. Im Gegensatz zum "Verwurster" der Informationen ist es aber für jeden der einzelnen Produzenten kaum möglich, seinen Lebensunterhalt allein mit dem Output von eigenen Inhalten zu bestreiten.
Sinnvollerweise gibt es aus diesem Grund seit jeher Redaktionen als Zusammenschluss von Redakteuren in verschiedenen Ressorts einer Zeitungsmarke - im späteren Verlauf der Rationalisierung: mehrerer Zeitungsmarken unter dem Dach eines Verlagshauses. Die erwirtschafteten Gelder werden innerhalb dieses Konstruktes simpel ausgedrückt so umverteilt, dass jeder Mitarbeiter ausreichende Einnahmen erzielt.
Das macht auch nach wie vor Sinn, nur mit dem besagten Unterschied, dass die aggregierten Einnahmen aus dem Online-Geschäft auch dann in den meisten Fällen zu gering sind, um eine Redaktion wirtschaftlich zu betreiben. Es kommt noch eine weitere Komponente ins Spiel: Durch Tracking und Reporting ist im Internet der einzelne monetäre Beitrag eines redaktionellen Artikels zu den gesamten Werbeeinnahmen der Plattform viel besser darstellbar. Dabei stellt sich heraus, dass gerade die investigativen Beiträge keine sonderlich gute Performance abliefern. Z.B. ist ein journalistisch anspruchsvoller Artikel über den Afghanistan-Krieg nicht nur mit kostenintensiver Recherchearbeit verbunden, sondern auch noch schwer verträglich mit Werbeeinblendungen. Mit anderen Worten, das alte Lied: Qualitätsjournalismus refinanziert sich nicht mehr.Dass das nicht nur ein leerer Spruch ist, kann ich kurioserweise noch nicht mal so sehr beim Durchstöbern von meist quersubventionierten Inhalten der Nachrichtenwebsites erkennen. Wirklich auffällig wird es mitunter beim Zusammenstellen einer Liste von Blogs, die als lesenswert eingestuft werden können. Die Anzahl von Blogs mit überwiegend originären Beiträgen - noch nicht mal Quellen an sich, sondern treffend ausformulierte eigene Arbeitsleistungen - ist überraschenderweise relativ überschaubar - auch quer über verschiedene Interessensgebiete. Ein sehr großer Teil der Blogs begnügt sich im Großen und Ganzen mit a) der unzureichend reflektierten Wiedergabe von Fremdinhalten inklusive PR-Geplappere oder b) der leidlich spannenden Niederschrift und Bebilderung von gerade Erlebtem.
a) ist der Distributor. Bei der Masse sehr beliebt, aber qualitativ wenig anspruchsvoll. Nicht für jeden ist allein die Komposition von Schnipseln und Zusammenstellung von Links als würdige Arbeitsleistung und erwähnenswertes Blog interpretierbar. Und gerade im Internet schleicht sich bei einem halbwegs aufgeweckten User das Verlangen ein, direkt zur Quelle zu wollen, einfach weil es möglich ist.
b) ist tatsächlich der Produzent von eigenständigen Inhalten, das Blog im vielleicht herkömmlichen Sinne - durch den zwar oft sympathischen, auch egozentrisch-philosophischen Touch aber eben nur begrenzt als Informationsträger brauchbar.Kurzum: Was fehlt, sind kritische Fachblogs. Wahrscheinlich eben auch, weil sie arbeitsintensiver und kommerziell betrieben schwerer zu vermarkten als "Guck mal hab ich gesehen"-Blogs sind. Und das in erster Linie nicht, weil sie als Fachblog ein eher begrenztes aber durchaus interessantes weil interessiertes Publikum ansprechen. Sondern weil sie kritisch sind. Kritik und Werbeeinnahmen vertragen sich nicht gut. Neben den rechtlichen Problemen wie dem Abmahnwahn scheint für Blogs also zu gelten: Kritik muss man sich leisten können.

comment

Friday 26 March 2010 - 21:40 by Splitney

Splitney is a private blog mostly about internet economy related issues with a strong attitude and focus on real value for the market players. There is always a lot of noise about the latest stuff in the online world. Tech, tools and instruments are hyped by people who often lack expertise but think they know exactly what's going on. No questioning the backgrounds, no reflecting about what really matters in the end, just a lot of buzz. Well, it's about time to honestly discuss things that make sense and things that are nonsense.Your host is Timo Schwandt, born in 1975, a graduate economist living in Berlin, online marketing expert and internet entrepreneur with many years of first-hand experience.
Although a general lack of critically questioning coverage about internet trends can be observed throughout the blogosphere, my blog is mostly written in German language as I feel the need especially to clear things up for the home audience.For business inquiries, you can get the contact details from my website Coriola.com. For now, I wish you good reading, take care!

comment

Wednesday 24 March 2010 - 21:17 by Splitney

Ja wie hat man sich das bitteschön ganz praktisch außerhalb der feuchten Wunschträume einiger "Social Media Experten" so vorzustellen?
Da befindet der User sich also im Social Network seiner Wahl und soll nun neben dem Schriftverkehr mit seinen Freunden zusätzlich auch kommunikationsbereit mit Marken sein. Sicher, es gibt Menschen, die aus eigenem Antrieb den Kontakt zu einer Marke suchen, sich mit ihr auf die ein oder andere Weise schmücken oder als Botschafter den guten Ruf einer Marke mitprägen. Alle diese Motive haben allerdings eins gemeinsam: Freiwilligkeit.Heißt im Umkehrschluss: Es ist in den meisten Fällen für ein Unternehmen nicht angebracht, sich innerhalb eines sozialen Netzwerks dem Nutzer auf Basis einer direkten persönlichen Ansprache zu nähern. Wir reden hier immer so abstrakt über Marken, aber man muss sich das mal konkret veranschaulichen: Für eine sinnvolle Kommunikation werden Menschen benötigt. Marken sind keine Menschen. Daher fungiert ein Mitarbeiter des Unternehmens als reale Person quasi stellvertretend als Bindeglied zwischen Markengut und Konsument - große Verantwortung. Da sitzt dann also dieser Firmenvertreter am Computer, meist irgendein Hansel aus der PR-Abteilung und versucht sich an die Leute direkt ranzuschmeißen. Der User kennt diese Person in den allermeisten Fällen natürlich nicht. Was habe ich also mit einer x-beliebigen wildfremden Person am Hut? Nichts. Will ich von ihr belästigt werden? Nein!
Deshalb: Diese Person darf nur ins Spiel kommen, wenn sie darum gebeten worden ist. Sie darf mich keinesfalls als Vertreter einer Firma mit kommerziellen Interessen auf persönlicher Ebene einfach so kontaktieren. Sonst reagiere ich allergisch, das Marketingziel wird verfehlt und die Konsequenzen sind nicht absehbar. Ergo: Diese Person muss in den Hintergrund treten, rein auf Empfang gehen. Zuhören, wie man so schön sagt. Eine zwischenmenschliche Kommunikation kommt unter diesen Umständen also nur zustande, wenn es vom User ausdrücklich erwünscht ist. Will man sich als Unternehmen nicht größten Ärger einhandeln und seine Marke dauerhaft beschädigen, sollte man sich daran halten. Ausnahme: Es existiert bereits eine Kundenbeziehung und man ist sich absolut sicher, dass der Kunde die ungefragte Kontaktaufnahme begrüßt.Was bleibt ansonsten übrig? Nun, zwei Dinge: Eine Person als Ansprechpartner oder die Marke als Sender. Ersteres ist mit einem Userprofil durchaus zu bewerkstelligen: nämlich als Kundendienst. Letzteres wird - oh Wunder - beispielsweise mit einer Werbeanzeige auf der Plattform ermöglicht. Beides also absolut klassische Mittel, die wir schon aus allen anderen Medien kennen.Merke: Firmen sind keine Buddies. Den ganzen Buzz kann man sich also sparen.

comment

Monday 22 March 2010 - 23:29 by Splitney

Bezugnehmend auf den Videobeitrag des höchst erfrischenden Loren Feldman, der ehrlich und geradeheraus hier mal wieder voll ins Schwarze trifft.Ich war schon immer ein Verfechter des Eigenständigen. Nur wer unique ist, hebt sich von anderen ab und kann einen Unterschied machen. Das peinliche Selbstdarstellertum aus den früheren Jahren des Online-Daseins hat man hoffentlich hinter sich gelassen. Also nicht Auffallen um jeden Preis, sondern im Rahmen der vielen Möglichkeiten seine Persönlichkeit angemessen repräsentieren. Dies gilt für alle Webnutzer, ob privat oder kommerziell.Online gehört für mich selbstverständlich eine eigene Domain dazu. Da ich mit Websites arbeite, habe ich sogar mehrere. Hat man die eigene Webdomain, hat man praktischerweise auch eine eigene Email-Domain.In Bewerbungsschreiben gilt es als unprofessionell, wenn man bei der Email-Adresse seinen Chatnamen angibt. Mindestens genauso interessant ist aber eigentlich, was rechts vom "@" steht.
Bei Blogposts geben viele ihre Twitter- oder Facebookpage als Website an. Klar, soll jeder machen so wie er mag. Identitätsstiftender wäre in jedem Fall der Verweis auf eine eigene Website.
Beim Kennenlernen wird anstatt der obligatorischen Handynummer auch gerne mal die "eigene" Facebook- oder StudiVZ-Seite ausgetauscht: Besuch mich doch mal darauf, dann kann ich dich adden. Naja.
Von Freunden bekommt man Einladungen für diverse Social Networks zugeschickt. Dort soll man sein Profil erstellen, etwas von seinem Leben preis geben, Fotos reinstellen. Nur so als Alternative zur Datenkrake: Ein eigenes Webprojekt wäre doch viel spannender.Tut das Not, seine Eigenständigkeit in Form eines Userprofils an eine Firma abzutreten und damit dann hausieren zu gehen?Den Datenschutzaspekt mal außen vor: Im privaten Gebrauch kann man das irgendwie alles noch verstehen. Nicht jeder legt unbedingt Wert darauf, seinen ganz eigenen Webspace zu haben. Oft fehlt die Zeit und die Lust, außerdem möchte man sich ja vernetzen - es würde allerdings nichts dagegen sprechen, die eigene Website entsprechend mit den einschlägigen Plattformen zu verlinken. Sich aus den Fängen kommerzieller Unternehmen zu lösen, kann ein befreiendes Gefühl sein.Spätestens sobald es um Beruf und Geschäftliches geht, ist es jedoch einfach auch viel professioneller, einen eigenen Webauftritt zu besitzen. Deshalb ist bei Firmen und insbesondere bei Marken eine Marketingstrategie, die sich von fremden Firmen oder Marken abhängig macht, rational betrachtet nicht wirklich nachzuvollziehen.Beispiele aus der Corporate-Welt: Das ZDF betrieb gebührenfinanzierte Schleichwerbung, indem es seine Zuschauer während der Olympischen Winterspiele aufforderte, Fragen an den Snowboarder Shaun White per Youtube an die Redaktion zu senden, damit man diese dann im Aktuellen Sportstudio, wo er später zu Gast war, einspielen konnte.
T-Mobile setzt derzeit in der Fernsehwerbung für sein Smartphone voll auf die Fremdmarke, indem es die bequeme Nutzung von Facebook auf dem Endgerät als alleiniges Feature anpreist.
Diverse Zeitungen stellen News-Apps fürs Iphone in den App-Store ein und übergeben damit das komplette Handling für das Produkt an Apple, die auch gerne mal nicht genehme Applikationen einfach nach eigenem Gutdünken zensieren oder rauswerfen.
Firmen finden sich hip und werben in Zeitschriftenanzeigen mit der Erreichbarkeit über Twitter, Facebook und Co inklusive Darstellung der Logos. And so on..Was veranlasst Marken dazu, sich ohne Not anderen Marken auszuliefern, kostenlose Werbung für fremde kommerzielle Tools zu betreiben, sich "hinter dem Slash" als Domainanhang einer fremden Internetplattform darzustellen oder als dortiges Userprofil verwursten zu lassen? Traffic in erster Linie für eine andere Plattform zu generieren, anstatt auf der eigenen Website ihre User unbefangen ohne störende Einflüsse zu erreichen. Wer zum Teufel berät diese Firmen? Ach ja, "Social Media Berater", nuff said.Im Web sind für eine Unternehmung zwei Dinge von wesentlicher Bedeutung: Die eigene Marke und die eigene Domain. Beides gilt es auszubauen. Dies gelingt nicht, wenn man seinen teilweise über Jahrzehnte mühsam aufgebauten Markennamen verschmutzt und verwässert, indem man ihn an eine Social Media Plattform abtritt, die macht was sie will und über die man nicht die geringste Kontrolle hat. Und ja: auch wenn es die Web 2.0-Propheten nicht wahrhaben wollen: Eine kontrollierte Markenführung ist nach wie vor wichtig. All diese Services könnten aber morgen schon vergessen sein, Klagen am Hals haben, in einem schlechten Licht dastehen, uncool aussehen, einfach dicht machen, und dann? Man hat keinerlei Einfluss, man promotet die Fremdmarke mit eigenem Geld und hofft, dass sich irgendwelche Synergieeffekte ergeben. Wie kann man nur so blöd sein, seine Marke einer fremden Firma zu opfern? Es ist wirklich hirnrissig.Vernetzung, Markenbotschafter gewinnen, virale Kampagnen. Wäre wünschenswert, aber doch nicht, indem man alle Kernkompetenzen die man besitzt einfach abtritt und damit seine Marke komplett auf Risiko im Ungewissen aussetzt. Wo das hinführt, haben einige Unternehmen mit ihren dollen Social-Kampagnen ja bereits leidlich erfahren und dürfen den Scherbenhaufen nun aufkehren.Loren Feldman hat Recht: Jedem Unternehmen, dass sich von Beratern in diese Richtung dirigieren lässt, ist dringend anzuraten, die Agentur zu feuern.

1 comment

Sunday 21 March 2010 - 20:33 by Splitney

Ich sitze hier an meinem Lenovo Thinkpad X61s, ein Subnotebook Baujahr 2007. Es war das letzte Thinkpad und eines der letzten Notebooks überhaupt mit einem XGA-Bildschirm (Auflösung 1024x768px). Ich bin super zufrieden mit dem Teil, nicht nur aber auch wegen der praktischen 12 Zoll Bildschirmdiagonale.Machte man eine Umfrage, würden die meisten Leute aber wahrscheinlich sagen, dass sie ihren 16:10 Bildschirm gegenüber dem alten 4:3 Standard präferieren. Warum eigentlich?Nun, zuerstmal muss man sich die Frage stellen, warum 4:3 Bildschirme nicht nur komplett aus Fernsehern in unseren Wohnzimmern, sondern auch aus Computermonitoren innerhalb relativ kurzer Zeit nahezu vollkommen verschwunden sind.
Der Markt richtet sich nach den Kundenbedürfnissen, möchte man meinen, doch ist das wirklich so? Oder ist es nicht eher so, dass dieses Kundenbedürfnis nach einem Breitbildschirm auf sämtlichen Endgeräten erst massiv von Produzentenseite und Medien angeregt wurde?Beim Fernsehgerät ist der Konsumentenwunsch nach einem breiteren Bildschirm durchaus verständlich. Es wird gesagt, dass ein breiteres Bildformat eher dem Sichtfeld der Augen entspricht. Und man merkt das auch, das Fernseherlebnis ist einfach komfortabler. Nicht umsonst sind Kinofilme in 16:9 oder noch breiterem Format produziert. Der dem nicht ganz angepasste heutige de facto 16:10 Endgeräte-Standard mit seinen Derivaten ist vielleicht einem Kompromiss geschuldet.
Aus Marketingsicht verständlich: Die Maßgabe lautet: neue Geräte verkaufen. Geht am besten mit neuen Produktfeatures. Man konnte die Gewohnheiten des Konsumenten beim Durchdrücken neuer Produkteigenschaften nur nicht ganz so radikal ändern, sprich mit einer Marketingstrategie schmackhaft machen.
Kompatibilitätsaspekte spielen eine Rolle. Es will alles nicht so recht passen. So hat man nun das heillose Durcheinander mit den Fernsehsendern, die sich nicht auf ein Format festlegen können oder wollen und im Programmablauf ständig zwischen den Formaten hin- und herschalten müssen. Manchmal kommen die gar nicht hinterher. Und bei dem Versuch, bei einem neuen Fernseher das Bildschirmformat so anzupassen, dass es halbwegs den verschiedenen Sendeformaten gerecht wird, hat schon mancher entnervt aufgegeben. Wollten wir das wirklich?Warum hat das Breitbild aber nun in den letzten Jahren auch bei Computerbildschirmen Einzug gehalten? Man berücksichtigt hier die erwartete Konvergenz zwischen TV und Computer. Filmentertainment wird zunehmend auch auf anderen Endgeräten angefordert, so die Industrie. Daher wieder das Argument Sichtfeld. Auch könne man z.B. zwei herkömmliche DIN A4 Seiten auf einem breiteren Bildschirm besser darstellen, ein breiteres Display passt besser aufs Keyboard und so weiter.Aber sind das wirklich schlagkräftige Argumente? Reicht das für den "Hausgebrauch"? Nehmen wir mal eins nach dem anderen unter die Lupe.Also, wer konsumiert denn überhaupt Spielfilme auf seinem Computer? Desktopmaschinen werden stationär häufig als Arbeitsgerät und in Büros verwendet. Notebooks, besonders die kleinen Netbooks eignen sich eher nicht so toll für den Filmgenuss. Außerdem ist der Verwendungszweck dieser Geräte ebenfalls wenn nicht beruflich dann im Privatgebrauch hauptächlich Internetsurfen, Social Networks und dergleichen - von der Gamer-Fraktion mal abgesehen. Im Ernst: Wer nutzt sein Notebook vorrangig zum Filme gucken? Fast niemand.Zweiter Punkt: Sichtfeld. Ist das Sichtfeld auf einem Display im Netbookstandard 1024x600px wirklich besser als auf einem höheren 4:3 Display? Lächerlich. Im Kino ist die Sache einleuchtend, aber beim Internetsurfen sieht die Sache ganz anders aus. Man muss den Vergleich erstmal haben, aber ich kann wirklich sagen, dass es sich auf einem höheren Notebook-Bildschirm wesentlich komfortabler surfen lässt. Webseiten werden üblicherweise nach unten gescrollt, nicht horizontal. Somit ist das kritische Maß für die Usability die Bildschirmhöhe. Für was soll da ein rechteckigeres Display gut sein? Totaler Quatsch.Dritter Punkt: bessere Darstellung von Dokumenten nebeneinander. Mal ehrlich, wann braucht man das denn? Wenn man den ganzen Tag mit Word beschäftigt ist oder Excel-Tabellen oder irgendwelchen CAD-Programmen? Okay, aber bitteschön, das fällt alles unter Sonderanwendungen. Den allergrößten Teil der Zeit verbringt der durchschnittliche Nutzer nicht mit diesen Dingen, sondern mit Tätigkeiten am Bildschirm bei denen eine relativ gesehen geringere Displayhöhe einfach nur stört. Wirklich, macht mal den Test mit einem 4:3 Display - obwohl das schon sehr schwierig wird, überhaupt ein solches Notebook aufzutreiben. Jeder, der nicht total verblendet ist, wird feststellen, dass es einfach wesentlich angenehmer bei den meisten täglichen Anwendungen ist.Beim letzten Punkt kann man dann noch zustimmen: Bauartbedingt passt ein breiteres Display besser in einen Klapprechner, weil es den Keyboardabmessungen näher kommt, abgehakt.Wo ist aber der wirkliche Bedarf auf Kundenseite? Oder sind wir da alle Opfer einer perfiden Infiltrationskampagne? Der Vergleich zum "glossy Display" drängt sich auf. In sämtlichen Fachforen wird über die ganzen Nachteile eines spiegelnden Bildschirms geflucht. In der Tat, außer der netteren Optik hat ein solcher Bildschirm kaum Vorteile. Trotzdem sind die meisten Geräte beim Händler mit glossy Display ausgestattet und die Nachfrage ist ungebrochen.Marketing ist auch, Negativmerkmale ins Positive zu verdrehen oder zu verwischen. Blendung.Mittlerweile ist es so, dass kein Hersteller mehr XGA-Geräte anbietet. Selbst wenn es einer wollte, um den ganz gewiss vorhandenen Bedarf zu befriedigen: Es werden schlichtweg in keiner einzigen Fabrik überhaupt noch 4:3 Displays produziert. Sie sind komplett verschwunden. Der Grund: Die Produktionskosten sind im Vergleich zu breiteren Displays teurer. Nicht nur erst jetzt, da die geringe produzierte Menge nicht mehr wirtschaftlich wäre - nein, auch schon vorher. Die Ursache liegt in der Geometrie: Breitbildschirme haben im Vergleich bei gleicher Diagonale (Zollzahl) weniger Bildschirmfläche - weil diese weiter vom flächenoptimalen Quadrat entfernt ist. Klar ist es einfach billiger, weniger Bildschirm zu produzieren. Das Display ist eine der teureren Komponenten eines Rechners. Und man kennt den Preisdruck bei Computerherstellern.Tja, und dann muss man den Leuten das "weniger ist mehr" nur noch irgendwie unterjubeln und die eingeschränkte Usability vergessen machen. Das geht am besten mit einer amtlichen Marketingkampagne, die die ach so tollen Vorzüge von Breitbild auf Notebooks betont. Aufhübschen, hip und cool machen. Und inzwischen schwört ja auch jeder drauf - Abweichler vom vorbehaltlos angenommenen neuen Standard werden als altertümlich belächelt. Die Fachpresse ist von Anfang an voll drauf angesprungen, alle Medien sind diesbezüglich gleichgeschaltet, kein kritisches Wort. Mission accomplished. Da haben wir uns alle mal richtig schön vereimern lassen. Und merken es nicht..Sehr schön in diesem Zusammenhang nun der Gegentrend bei Tablets und E-Readern. Da gilt dann das ganze Blabla auf einmal nicht mehr. Apple baut sein Ipad mit 4:3 Format, gerne auch hochkant zu benutzen. So kann man besser drauf lesen. Wer hätte das gedacht.

7 comments

0.02 sec • © Coriola.com